DAX über 8000 Punkte

DAX 8’000: Jedes Mal mit neuem Gesicht

Sollte man aussteigen, wie es 2000 und 2007 klug gewesen wäre? Oder lieber doch nicht? Der DAX hat mal wieder die Marke von 8’000 Punkten geknackt. Was dies für den Anleger bedeutet und ob der DAX überhaupt derselbe ist, erfahrt ihr hier. Weiterlesen

Wikifolio - Social Trading

Wikifolio – ein Experiment mit Folgen

Das Wikifolio gibt es nicht mehr!

Das Portfolio von SFG Value gibt es seit heute als Wikifolio-Zertifikat von Lang & Schwarz. Wikifolios sind Musterdepots bei denen in Echtzeit gehandelt wird und die als Zertifikat für jeden investierbar sind. Das SFG-Portfolio heisst „Wertorientiertes Investieren“ und ist an der Börse Stuttgart handelbar. Weiterlesen

Formel innerer Wert

Erklärung des „Easy Buffett“ II

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„Hinter diesen Zusammenhängen [Gewinnwachstum und Anlageerfolg] steht ein Geheimnis, das Warren Buffett lüften konnte: Erstklassige Unternehmen, die von einem Verbrauchermonopol profitieren und nachhaltig hohe Eigenkapitalrenditen erwirtschaften, sind häufig zu einem sehr günstigen Preis zu haben, selbst wenn das Kurs-Gewinn-Verhältnis vordergründig als sehr hoch erscheint.“

aus “Buffettology” von Mary Buffett & David Clark

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Unterschie Investieren und Spekulieren

Unterschiede Investieren und Spekulieren

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Der Begriffs ‚Investieren‘ hat viele Bedeutungen: ‚Geld in ein Unternehmen stecken‘ oder ‚Geld in ein Wertpapier stecken‘. Interessanter ist jedoch dem Begriff zu unterteilen hinsichtlich Spekulationen und Investments.

„If a man buys a security below its investment value he need never lose, even if its price should fall at once, because he can still hold for income and get a return above normal on his cost price; but if he buys it above its investment value his only hope of avoiding a loss is to sell to someone else who must in turn take the loss in the form of insufficient income.“

aus „The Theory of Investment Value“ von John Burr Williams

Im allgemeinen Sprachgebrauch hat der Begriff ‚Investieren‘ eine Vielzahl von Bedeutungen. Die zwei gängigsten sind ‚Geld in ein Unternehmen zu stecken‘ und ‚Geld in ein Wertpapier zu stecken‘. Die erste Bedeutung beschreibt das Wort ‚Investieren‘ als eine gewöhnliche Geschäftstätigkeit, bei der mit einem unternehmerischen Risiko Geld in ein Projekt gesteckt wird, um später ein Einkommen daraus zu generieren. Bei der zweiten Bedeutung wird ‚Investieren‘ als Sammelbecken genutzt, um finanzielle Geschäfte gemischten Charakters einen seriösen Anstrich zu geben.

Neben diesen zwei gängigen Bedeutungen gibt es auch eine eingeschränkte Konnotation. Dies möchte ich hier behandeln:

Das Investment im Gegensatz zur Spekulation

Allgemein kann man sagen, dass ein Investor in etwas Geld steckt und daraus Rückflüsse bekommt. In diesem Sinne ist eine Investition zu jeder Zeit gut für alle Beteiligten. Spekulanten können dagegen für die beteiligten Personen gut oder schlecht handeln, je nach Bedingungen der spekulierenden Person. Falls man spekuliert, sollte man sich der Vertretbarkeit der Spekulation bewusst sein. Dieser Gegensatz von ‚gut‘ und ‚gut oder schlecht‘ könnte auch der Grund sein, warum die landläufige Meinung ist, dass solide Staatsanleihen Investitionen darstellen, während Aktien Spekulationen sind. Allerdings halte ich diese Einstellung für gefährlich. Hochwertige Aktien zu einem fairen Preis sind sehr gute Investitionen und solide Staatsanleihen können sehr spekulativ sein. Dies hat unter Anderem die Eurokrise gezeigt.

Zusätzlich bringt der Gegensatz von ‚gut‘ und ‚gut oder schlecht‘ einige Schwierigkeiten mit. Wie Graham und Dodd, die Begründer der modernen Wertpapieranalyse, in ihrem Buch „Security Analysis“ feststellen, spricht dieser Gegensatz für eine zynische Definition der Begriffe ‚Investieren‘ und ‚Spekulieren‘. So wäre eine erfolgreiche Spekulation ein Investment und eine erfolglose Investition eine Spekulation. Um brauchbare Definitionen der Begriffe zu erhalten, brauchen wir weiterführende Abgrenzungen.

Unterscheidung von Investieren und Spekulieren hinsichtlich der Sicherheit

Eine Möglichkeit wäre hinsichtlich der Sicherheit bzw. des Risikos zu unterscheiden. Zwar kann die Sicherheit bei einer Investition niemals als absolut oder vollständig betrachtet werden, aber als Schutz vor Kapitalverlust unter normalen Bedienungen. Bei einer intelligenten Spekulation dagegen übernimmt der Spekulant ein Verlustrisiko, das nach sorgsamer Abwägung des Für und Wider gerechtfertigt ist. So sagt Graham in seinem Buch „Intelligent Investieren“: „Eine Kapitalanlage [Investition] liegt dann vor, wenn sie nach gründlicher Analyse die Sicherheit des eingesetzten Kapitals und einen angemessenen Gewinn verspricht. Anlagen, die diesen Kriterien nicht entsprechen, sind spekulativ.“

Zusätzlich kann man ‚Investieren‘ und ‚Spekulieren‘ über den Ursprung der Gewinnerzielung abgrenzen. Diese Abgrenzung bevorzuge ich. Bei einer Investition geht es um regelmässige Einkünfte, während die Spekulation Gewinne ausschliesslich über die Preisveränderung erzielt. Am Beispiel eines Unternehmens kann man sehen, dass ein Investor, der Geld zur Verfügung stellt, in erster Linie an regelmässigen Gewinnen interessiert ist. Umso länger der Investor an dem Unternehmen festhält, umso wichtiger werden diese regelmässigen Gewinne und umso unwichtiger der Preis, zu dem er das Investment verkaufen kann. Im Extremfall, einer Familie, die ein Unternehmen über Generationen besitzt, spielt der Preis kaum eine Rolle, zu dem man das Unternehmen am Ende verkaufen kann. Deswegen investiert ein Investor in Einkommen, während ein Spekulant auf den Preis spekuliert.

Jede Investition hat ein spekulatives Element

Allerdings sind nach dieser Abgrenzung die meisten Anleger Hybriden aus Investoren und Spekulanten. Wenn die Preisveränderung Spekulation ist, muss fast jeder Investor die Existenz eines spekulativen Elements in seinen Beteiligungen anerkennen. Ob er sich zu der Kategorie Spekulant zählt, liegt in der Frage, wie hoch dieses spekulative Element gewichtet ist.

Diese hier vertretenden Ansichten des Autors wurde hauptsächlich aus den Ideen von John Burr Williams sowie Benjamin Graham und David L. Dodd abgeleitet.

wertorientiertes Investieren

Was ist Value Investing?

Value Investing ist das Kaufen von Aktien mit einem Abschlag zum inneren Wert (Intrinsic Value). Dies gibt dem Value Investor eine Sicherheitsmarge. Er profitiert von Unternehmensausschüttungen und nimmt an der langfristigen Wertsteigerung teil. Timing und kurzfristige Kursschwankungen spielen für ihn keine Rolle. Weiterlesen

Was macht das Röhn-Klinikum

Gescheiterte Übernahme der Rhön-Klinikum AG: Was kann man daraus lernen?

Der folgende Beitrag analysiert den Versuch und das Scheitern der Übernahmen der Rhön-Klinikum AG durch Fresenius SE & Co. KGaA im Frühjahr 2012 anhand von spieltheoretischen Überlegungen. Der Text ist angelehnt, aber stark verkürzt, an einen Essay, welchen ich für die Uni schreiben musste. Weiterlesen

Performance SFG-Value

Performancevergleich: SFG Value vs. DAX 30

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„Man braucht 20 Jahre, um sich einen guten Ruf aufzubauen, und nur fünf Minuten, um ihn zu verlieren. Wer das beherzigt, handelt bewusst.“

Warren Buffett aus „Das Tao des Warren Buffett“ von Mary Buffett & David Clark

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Insolvenz Praktiker

Praktiker Anleihe: Bilanz Q3/12

Verpfändet! Das sichere Polster im Falle einer Insolvenz schwindet von Quartal zu Quartal! Das hohe Gewinn-Potenzial bei einer erfolgreichen Restrukturierung bleibt bestehen.

Ich halte nicht viel davon, von Quartal zu Quartal zu schauen. Wenn ein Unternehmen regelmässig Gewinne abwirft, reicht es, die Zukunftsfähigkeit des Geschäftsmodells zu bestimmen. Aufpassen sollte man nur darauf, dass das Management keinen Unfug macht. Wenn die Gewinne leicht schwanken, dann sollte das keinen Value-Investoren stören. Liegen ein paar Feiertage im Quartal oder verschiebt sich ein größerer Zahlungseingang, kann dies das Ergebnis beeinflussen ohne wirklich Relevanz zu haben.

Anders sieht es bei einer Turnaroundspekulation aus. Dort werden jeden Tag wichtige Entscheidungen gefällt, die die Zukunft des Unternehmens fundamental beeinflussen. Vieles wird nicht in Ad-hoc-Meldungen veröffentlicht. Deshalb sollte man auch Quartalsberichte genau lesen. Besonders interessant sind dabei die Anhänge, die Hintergründe zu den Zahlen liefern.

Max Bahr ist verpfändet!

„Zur Absicherung von eventuellen Finanzierungsspitzen beim Warenbestandsaufbau für das Saisongeschäft im Frühjahr unterhält Praktiker bei unterschiedlichen Banken Kreditlinien. Diese sind 2012 zu einer gemeinsamen Linie unter Leitung der Commerzbank AG zusammengeführt worden. Um sie in vollem Umfang aufrechtzuerhalten, hat Praktiker sich zu einer dinglichen Sicherung bereit erklärt. Dasselbe gilt für den Erhalt bedarfsgerechte Anpassung der Linien von Kreditbesicherungen gegenüber Lieferanten. So hat Praktiker den Kredit gewährenden Partnern Eigentumsvorbehalt auf das den Deutschen Gesellschaft zuzurechnende Vorratsvermögen (483 Mio. Euro) eingeräumt sowie zwei inländische Eigentumsstandorte mit Grundschulden in Höhe von 18 Mio. Euro belastet. Ferner wurde die Marke Max Bahr, die mit einem Buchwert von 54 Mio. Euro als immaterieller Vermögenswert bilanziert ist, als Sicherheit ebenso verpfändet wie Bankguthaben in Hohen von 10 Mio. Euro. Die Kreditlinien von Banken sichern die kurzfristige Überbrückung von Liquiditätsengpässen, die wegen der Saisonalität des Geschäfts im Verlauf des ersten Halbjahres auftreten können. Kreditversicherer gewährleisten Lieferanten die Bezahlung ihrer Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sollte Praktiker dazu selbst nicht in der Lage sein.“

(Quelle: Praktiker Report Q3/2012)

Üblich

Die Verpfändung des Vorratsvermögens besteht schon seit längerem Zeitraum, dies ist bei Unternehmen, bei denen Insolvenzgefahr droht, auch üblich. Geliefert wird nur, wenn das Eigentumsrecht der Waren bei Lieferanten (hier bei Versicherern der Lieferanten) bleibt, bis die Rechnung bezahlt ist. Auch Hypotheken auf Immobilen sind nichts aussergewöhnliches und fallen mit 18 Mio. Euro in meinen Augen noch niedrig aus.

Unklug

Unklug finde ich die Verpfändung des Bankguthabens, wozu brauch man dann einen Kredit? Man könnte auch direkt die 10 Mio. Euro benutzen. Ich hoffe, dass im Sinne der Unternehmenseigner der Kredit die 10 Mio. Euro bei Weitem übersteigt.

Unschön

Am meisten stört mich allerdings die Verpfändung von Max Bahr. Sie wurde vermutlich im Zuge der Kreditgewährung um die Wiener Fondsmanagerin Isabella de Krassny und dem Investor Clemens Vedder gewährt. Gerade bei der derzeitige Umfimierungsstrategie von Praktiker Baumärkten zu Max Bahr Baumärkten dürfte der Wert von Max Bahr zunehmen. Meine Interpretation der Rechtslage und des Anhangs ist jedoch, dass die Verpfändung auf 54 Mio. Euro beschränkt sein müsste. Aber ohne Garantie!

Insgesamt ergibt das leider einen schlechteren Recoverywert, als meine Annahmen zum Zeitpunkt des Kaufs der Anleihe, der Worst-Case ergibt also jetzt ein Verlustpotenzial von 45 Prozent bei meinem Einstiegskurs:

Die aktuelle Liquidationsrechnung zu Praktiker:
Aktiva (in Mio. €):
Bezeichnung Bilanzierter Wert Verpfändet Recovery-Rate Recovery Wert Q3/12
Cash 58 10 100% 48
Sachanlagen 353 18 25% 84
immaterielle Vermögenswerte 104 54 0% 0
Vorräte 674 483 25% 48
Forderungen 142 50% 71
latente Steueransprüche 129 0% 0
Aktiva total 1460 251
Passiva (in Mio. €):
Bezeichnung Bilanzierter Wert Recovery-Wert Recovery-Rate Q3/12
Verbindlichkeiten 1180 251 21%
Verbindlichkeiten (gesichert) 135 135 100%
Eigenkapital 145 0 0%
Passiva total 1460 0%

Fazit für den Anleger

Auch wenn sich meine Bewertung geändert hat, ändere ich nichts an meiner Position. Ich halte das Chancen/Risikoverhältnis immer noch für gewährleistet. Allerdings würde ich zum aktuellen Kurs nicht kaufen.

Für eine umfassende Auseinandersetzung zu Thema Investieren in Anleihen und Praktiker:

Weiter Information zur:

Wechselkurse mit dem Big-Mac-Index

Alles eine Frage des Wechselkurses?

Euro, Dollar, Yen, Pfund, Yuan, Franken, Peso, Rupien, Mark oder Taler – spielt es eine Rolle, wie wir den Wert von Gütern, Nutzen oder Leistung beschreiben?

Ich muss zugeben, dass der Wechselkurs für mich bei Aktien selten ein Kaufkriterium ist. In erster Line geht es mir darum, herausragende Unternehmen zu finden. Zahlen, die zur Beschreibung der Wirtschaftsleistung dienen, sind mir egal. Wichtig ist, dass sie allgemeingültig sind. Allgemeingültig bedeutet für mich, dass andere 100 Euro als die gleichen 100 Euro oder auch 120 CHF ansehen wie ich.

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Insolvenz Praktiker

Praktiker Anleihe: Bilanz Q2/12

Sicheres Polster im Falle einer heutigen Insolvenz mit hohem Gewinn-Potenzial im Falle einer erfolgreichen Restrukturierung – allerdings schwindet das Polster von Quartal zu Quartal!

Ich habe natürlich laufend ein Auge auf meine Praktiker Anleihe 11/16 geworfen und werde deshalb hier wieder einmal ein Zwischenfazit geben. Trotz der sichtbaren Probleme im Unternehmen und der Schikanen an die Gläubiger werde ich sie weiterhin halten. Die erste Verhandlung über die Zinsreduktion ist wegen mangelnder Beteiligung gescheitert. Ich bin gespannt ob und wenn ja, wann es zu einem zweiten Wahlgang kommt.

Die Hauptversammlung Anfang diesen Monat war turbulent und es gab sowohl positive als auch negative Entscheidungen für alle Anleihebesitzer. Weiterlesen