Trying too hard Dean Williams

„Trying too hard“ von Dean Williams

Vor einiger Zeit bin ich in meinem Archiv erneut auf einen Vortragstext von Dean Williams gestoßen, welchen er 1981 als Ersatz für Dave Broder am Rockford College gehalten hat. Ein Text, den ich jetzt ein zweites Mal gelesen habe, und der mich wieder zum Schmunzeln und Nachdenken gebracht hat. Viel mehr kann man von einem guten Vortrag nicht erwarten. Weiterlesen

Wieso ich nicht mehr nur nach günstigen, sondern vor allem nach guten Aktien suche

Wieso ich nicht mehr nur nach günstigen, sondern vor allem nach guten Aktien suche

Ich investiere jetzt seit 10 Jahren mehr oder weniger professionell mein Geld an der Börse. Begonnen habe ich mit einem Investmentclub während der großen Finanzkrise 2009. Rückblickend eine herrliche Zeit für Schnäppchenjäger. Ich habe innerhalb kürzester Zeit mein investiertes Geld verdreifacht und bin der Börse treu geblieben. Allerdings folgten auf meine sehr erfolgreichen Jahre bis 2013 fünf eher magere und das obwohl die Börsen ziemlich gut gelaufen sind. Rückblickend kann ich ziemlich genau sagen, was mich Performance gekostet hat. Weiterlesen

Creme de la Creme der Unternehmen Gewinnbringend Investieren

Die Crème de la Crème der Unternehmen

Ich bin grundsätzlich auf der Suchen nach kapitaleffizienten Unternehmen. Unternehmen, die es schaffen, ohne viel Geld zu wachsen und Geld an ihre Aktionäre zurückzuführen – die Crème de la Crème der Unternehmen.

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Unternehmen mit Netzwerk-Effekten

Die besten Unternehmen haben versteckte Netzwerke

Als Value Investor sollte man sich immer die Frage stellen: Was macht ein gutes Unternehmen aus? Die Antwort ist relativ einfach: Unternehmen mit einem Wettbewerbsvorteil – von Warren Buffett als Burggraben bezeichnet. Dieser Burggraben kann von sehr klein bis gigantisch reichen und in seiner Art und Weise stark variieren.

So können Burggräben natürlich sein, wie zum Beispiel bei Versorgungsunternehmen. Sie können technische sein, wie zum Beispiel durch Erfindungen und Patente. Sie können regulatorisch sein, wie zum Beispiel durch Gesetzgebung oder Normen. Sie können durch Marken entstehen oder durch Netzwerk-Effekte.

Netzwerk-Effekte bilden starke Wettbewerbsvorteile

Als Netzwerk-Effekt bei Unternehmen wird ein veränderter Nutzen für den Kunden beschrieben, wenn sich die Anzahl der Kunden verändert. Sie können sowohl positiv als auch negativ sein. Für den Wettbewerbsvorteil konzentriert man sich auf den positiven Netzwerk-Effekt: Mehr Kunden = mehr Nutzen. Der Einfachheit halber vermische ich hier die Begriffe positiver Netzwerk-Effekt und positiver Feedback-Effekt. Der positive Feedback-Effekt besagt, dass durch eine höhere Anzahl Nutzer der Wert eines Netzwerkes steigt. Dieser Anstieg führt dazu, dass neue Nutzer dem Netzwerk beitreten.

Unternehmen mit diesen Effekten haben ein sich selbstverstärkendes Geschäftsmodell, lassen sich oft als Kreislauf darstellen und tendieren zu Monopolen. Dies macht sie aus gesellschaftlicher Sicht oft negativ, als Investor aber sehr attraktiv. Zu den Unternehmen mit einem selbstverstärkenden Geschäftsmodell gehören viele Unternehmen der New-Economy.

Beispiele für Unternehmen mit Netzwerk-Effekt

Neben klaren Netzwerkmodellen wie Alphabets Suchmaschine Google und das soziale Netzwerk Facebook, haben auch Unternehmen wie Microsoft, Amazon oder Netflix starke Netzwerk-Effekte.

Microsoft

Microsoft Office hat unter den Bürodatenverarbeitungs-Programmen mit Word, Excel und Power Point die meisten Nutzer. Deshalb bilden Schulen und Universitäten in Kursen zur Informationsverarbeitung auf diesen Programmen aus und Unternehmen setzten diese Kenntnisse voraus. Das erhöht wiederum die Nutzeranzahl und führt dazu, dass weiter auf diesen Programmen ausgebildet wird. Selbst wenn andere Programme gratis auf den Markt kommen, ist der Wechsel für den Nutzer mit hohen Kosten verbunden und senkt die Kompatibilität mit außenstehenden Nutzern. Dieser Netzwerkeffekt ist sicherlich mit einer der Gründe, warum Microsoft und viele andere Softwareunternehmen viele ihrer Programme Schulen und Universitäten gratis zur Verfügung stellen.

Amazon

Ein Kreislauf ist auch bei Amazon, dem größten Marktplatz der Welt, zu finden. Die Größe der Plattform erhöht die Attraktivität für Verkäufer, da sie dadurch die meisten Kunden finden, was das Angebot erhöht und damit die Attraktivität für Kunden erhöht, was wiederum die Attraktivität der Plattform für Verkäufer erhöht – ein selbstverstärkender Effekt. Ähnlich verhält es sich auch bei eBay und anderen Handelsplattformen, die eine Nische dominant besetzen.

Netflix

Ein nicht ganz so offensichtlicher Kreislauf lässt sich auch bei Netflix feststellen. Netflix ist der größte Streaming-Anbieter der Welt. Damit hat man das größte Budget, um viele Inhalte einzukaufen oder gar selbst zu produzieren, was wiederum die Attraktivität für Zuschauer erhöht, ihre Anzahl und Zahlungsbereitschaft und damit das Budget, um Inhalte einzukaufen. Allerdings wird Netflix in den nächsten Jahren von einem noch größeren Inhaltsanbieter mit noch größerem Budget herausgefordert. Der Disney-Konzern hat angekündigt, mit dem auslaufenden Netflix-Vertrag 2019 einen eigenen Streamingdienst mit exklusiven Disney-Inhalten zu starten oder seine Inhalte über andere Dienste als Netflix direkt zu vermarkten.

Offensichtliche Netzwerke vs. weniger offensichtliche Netzwerke

Wichtig ist es, nicht nur nach offensichtlichen Netzwerken, bei denen das Geschäft durch einen Beitrag vom Nutzer entsteht, zu suchen. Netzwerke, wie Facebook, Twitter, Instagram und Co, bei denen der Nutzer direkt für den Inhalt verantwortlich ist, sind offensichtlich. Der Angriff eines Konkurrenten geht immer direkt gegen das Netzwerk. Nicht grundlos hat sich Facebook Instagram einverleibt. Netzwerke, wie Microsoft Office oder Netflix, sind dagegen weniger offensichtlich. Angriffe der Konkurrenz kommen eher über den Preis oder die Qualität ihres Produktes, wie OpenOffice oder Hulu, und sind eher zum Scheitern verurteilt.

Was ist eure Meinung zu Wettbewerbsvorteilen bei Unternehmen und von Netzwerk-Effekten?
Luxus

Luxus ist nicht für jeden!

«Was ist Luxus?» Die Antwort kann für jeden persönlich etwas anderes bedeuten. Als Investor ist die Frage aber aus kollektiver Sicht wichtig zu beantworten. Zumindest, wenn man in Unternehmen mit Luxus-Marken investiert und eine klassische Unternehmensanalyse machen möchte.

Was macht eine Luxus-Marke aus?

Luxus-Marken haben im Regelfall einen tiefen Burggraben mit Preissetzungsmacht und konjunkturunabhängigen hohen Margen. Echter Luxus kann diese Margen im Vergleich zu vermeintlichen Luxus meistens über Jahrzehnte aufrechterhalten. Deshalb sind sie für langfristige Investoren mit einem Buy-and-Hold-Ansatz spannend. Bernard Arnault ist mit dem Kauf von Luxus-Marken und seiner Firma LVMH einer der reichsten Menschen Europas geworden.

Vermeintlicher Luxus ist dagegen eher den Gesetzen der Mode ausgesetzt und verlieren seinen Nimbus, wenn der Trend endet oder das Luxusgut einer breiten Masse zur Verfügung steht. Im Gegensatz dazu haben echte Luxus-Marken mehrere der folgenden Eigenschaften:

  • Einzigartigkeit: Es sind unersetzbare Dinge. Produkte, die in kleinen Mengen und oft in Handarbeit hergestellt werden. Sie sind manchmal mehr Kunstwerk als nützliches Produkt. Luxus-Güter können häufig nur an einem speziellen Ort oder in einem Land hergestellt werden.
  • Exklusive Distribution: Man macht Rarität zur Strategie. Es gibt Wartelisten und nur wenige Geschäfte, sogenannte Flag-Ship-Stores, wo man die Produkte kaufen kann.
  • Zeitlosigkeit: Dinge, die sehr lange halten und nie aus der Mode kommen, die an die nächste Generation weitergegeben werden können, wie eine hochwertige Armbanduhr.
  • Exzellenz: Sie werden von geschulten Handwerkern oder Künstlern hergestellt. Aus den feinsten Materialien und in der besten Verarbeitung. Der Kundenservice muss herausragen und nahezu perfekt sein.
  • Ikonische Kommunikation: Sehr niveauvolle und exzellente Bildsprache.
  • Sinnliche Ästhetik: Raffinierte Ästhetik, Vermittlung von Sinnlichkeit, Genuss mit einer Spur Extravaganz für alle fünf Sinne.
  • Seele der Marke: Die Identität ist eng mit dem Schöpfer/ Erfinder verbunden, mit der Geschichte des Hauses und sie hat Ihren Ursprung in dieser Geschichte.
  • Innovation: Marken, die Grenzen herausfordern und überraschen. Sie bleiben ihren Wurzeln treu, werden aber moderner und passen ihren Stil an die heutige Zeit an.

Was ist für ein Investor die wichtigste Eigenschaft?

Wichtig für die Unternehmensbewertung ist, dass Luxus aus kollektiver Sicht den normalen Rahmen übersteigt, verschwenderisch ist und für einen großen Teil der Gesellschaft als erstrebenswert, aber nicht erreichbar, gilt. Luxus hebt sich vom normalen gesellschaftlichen Leben ab und repräsentiert oft Status und Erfolg. Dies ist der wichtigste Teil für die Bewertung von Luxus-Marken. Man muss ihn verstehen, aber nicht gutheißen. So etwas wie «Affordable Luxury», wie ihn Michael Kors propagiert, gibt es nicht. Luxus kann nicht erschwinglich sein, denn ansonsten ist es kein Luxus.

Um Luxus-Marken zu erkennen, sollte man sich deshalb fragen, ob das Unternehmen versucht, weniger zu verkaufen, als möglich wäre? Gibt es Wartelisten für die Produkte, gibt es nur bestimmte Orte an denen die Produkte hergestellt oder verkauft werden? Sind die Produkte vielleicht sogar einzigartig?

Luxus ist Hermès Birkin Bag

Ein repräsentatives Bespiel für diese Art Luxus ist die Hermès Birkin Bag. Diese lässt sich nur in den Hermès Geschäften (weltweit 304) bestellen. Der Preis liegt derzeit in der günstigsten Ausführung bei 11.900,- USD. Wenn man Glück hat, kommt auf eine Warteliste. Die Produktion ist künstlich beschränkt. Laut «The Economist» stellte Hermès nur 2-3 Taschen pro Woche her. Die Wartezeit beträgt gerüchteweise bis zu 6 Jahre, wenn man auf die Warteliste kommt. Erhält man seine Tasche dann tatsächlich kann man sie sofort im neuwertigen Zustand mit Aufpreis von ca. 20% weiterverkaufen. Zusätzlich ist die Tasche sehr unpraktisch, da sie für den täglichen Gebrauch zu schwer ist.

Wo fängt Luxus an und wo hört Luxus auf?

Die Frage ist natürlich wieder für jeden persönlich anders zu beantworten. Hier ist meine Liste von Luxus-Marken im Segment Fashion und Accessoires (von Luxus zu Premium):

  • Hermès
  • Cartier (Richemont)
  • Brunello Cucinelli
  • Louis Vuitton (LVMH)
  • Dior
  • Tiffany
  • Omega (Swatch)
  • Prada
  • Gucci (Kering)
  • Giorgio Armani (privat)
  • Zegna (privat)
  • Valentino (privat)
  • Roberto Cavalli (privat)
  • Manolo Blahnik (privat)
  • Burberry
  • Dolce & Gabbana (privat)
  • Jimmy Choo (Michael Kors)
  • Moncler
  • Salvatore Ferragamo

Hier beginnt in meine Augen Premium:

  • Movado
  • Tods
  • Piquadro
  • Boss
  • Coach (Tapestry)
  • Michael Kors
  • Ralph Lauren

Seht ihr die Reihenfolge anderes oder gibt es für euch noch weitere wichtige gelistete Luxus-Marken?

Meine 1-jährige Tochter, die Aktionärin

Meine 1-jährige Tochter, die Aktionärin

Viele kennen das Sparbuch von unseren Großeltern, welches zur Geburt von uns Enkelkindern eingerichtet wurde. Zu jedem Geburtstag und jedem Weihnachten wurde ein kleiner Betrag eingezahlt. Und zum 18. Geburtstag hat es dann den Führerschein oder das erste Auto finanziert. Bei mir war es zumindest hinsichtlich des Führerscheins so.

Ich bin im letzten Jahr Vater geworden. Und es stellte sich in der Familie die Frage, ob und wenn ja, wie man heutzutage für seine Kinder/Enkelkinder sparen sollte. Ein Sparbuch kommt nicht mehr in Frage. Das erklärt sich bei den aktuellen Zinsen von selbst, wobei man ehrlicherweise sagen muss, dass sich ein Sparbuch über 18 Jahre Anlagezeitraum verglichen mit Aktien selten gerechnet hat.

Wir haben uns also für ein Aktiendepot entschieden. Anders als meine Großeltern, die für mich angespart haben, hat unsere kleine Tochter direkt eine größere Summe zur Geburt bekommen. Trotzdem stellte sich die Frage, soll man seinem Kind das Geld bereits schenken oder besser abwarten, um zu sehen, wie es sich entwickelt? Ich denke da ähnlich wie mein Blogger-Kollege Nico von Finanzglück. Es geht darum, den Kindern finanzielle Verantwortung beizubringen, deshalb sollten sie auch das Geld haben. Anders als Nico investiere ich aber nicht in einen ETF-Sparplan.

Das liegt zum einen daran, dass wir nicht einen Teil des Kindergeldes investieren, sondern das Geld bereits da ist. Und auch wenn sich die Märkte 2017 auf Rekordkursen befunden haben, ist ein Sparplan der Einmalanlage unterlegen, wenn die mittlere Rendite im Anlagezeitraum positiv ist. Dies war zumindest beim DAX über 18 Jahren bisher immer der Fall, wie ein Vergleich des klassischen Renditedreieckes zum Sparplandreieck zeigt.

Die nächste Frage, die wir uns gestellt haben: Einzelaktien oder ein breiter ETF? Und hier bin ich nach meinem Bauch gegangen: Einzelaktien. Im vollen Bewusstsein wahrscheinlich Rendite links liegen zu lassen und ein größeres Risiko einzugehen. Manchmal ist es wichtig, auf diese irrationale Überzeugung in unserem Inneren zu achten.

Ich möchte meiner Tochter neben der finanziellen Verantwortung auch etwas über Aktien und Kapitalismus, der über die pure Gewinnmaximierung hinausgeht, beibringen. Ich möchte, dass sie irgendwann versteht, dass Aktien Unternehmensbeteiligungen sind und in diesen Menschen für einen arbeiten, und keine abstrakten Wertpapiere. Ich möchte, dass sie sich später mit ihrem Portfolio identifizieren kann. Ich möchte, dass sie im Supermarkt, beim Shoppen oder wenn sie am Computer sitzt, ihre Firmen wiedererkennt. Das geht nicht mit einem ETF.

Also habe ich mich der Herausforderung gestellt, zehn Einzeltitel in zwölf Monaten zu finden. Ich glaube bis zu ihrem ersten Geburtstag zehn Unternehmen gefunden zu haben, die in 18 Jahren noch existieren und nicht zu teuer waren. Eine spannende Aufgabe.

Alle Kaufabrechnungen habe ich ausgedruckt und in ihrem Ordner abgelegt, sodass wir, wenn sie alt genug ist und anfängt sich dafür zu interessieren, mit ihr darüber sprechen können. Dividenden werden selbstverständlich reinvestiert, sobald eine entsprechende Summe zusammengekommen ist. Voraussichtlich das erste Mal zu ihrem dritten Geburtstag. Dann können auch neue Titel dazukommen und später möchte ich diese mit ihr zusammen auswählen.

In diesem Sinne, mein Schatz, ist dieser Blogeintrag in erster Linie für dich und als Erinnerung für mich geschrieben.

Alles Liebe,
dein Papa (oder derzeit «dada»)

Das Ei des Kostolany

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Gemessen an der Volatilität hat es nach einem sehr ruhigen Aktienmarkt 2017 mit auf breiter Front steigenden Kursen seit Anfang des Jahres einige Unruhe mit fallenden Kursen gegeben. Ein Phänomen, welches in mir die Erinnerung an das „Ei des Kostolany“ hervorgerufen hat. Es ist aus meiner Sicht eines der eindrücklichsten Schaubilder hinsichtlich der zyklischen Bewegung von Aktienmärkten

André Kostolany (1906 – 1999) geht von drei Phasen aus, die sich wiederholen: der Überreibung, dem Stimmungsumschwung und der Korrektur. Diese drei Phasen gibt es sowohl in der Aufwärts- als auch in der Abwärtsentwicklung des Marktes. Wenn man weiß, in welcher Phase sich der Markt befindet, kann man je nachdem verkaufen, abwarten oder kaufen.

Der Börsenzyklus im Ei des Kostolany

Kostolany unterteilt dabei in umsatzstarke und -schwache Märkte. Zusätzlich stellt die Ei-Spitze hohe Börsenkurse dar und der Ei-Boden tiefe Kurse. Dabei sind je Börsenphase nach seiner Beobachtung die zittrigen oder die hartgesottenen Anleger am Werk. In der Übertreibung der Aufwärtsphase kaufen zittrige Anleger voller Euphorie. Danach bröckeln die Kurse bei niedrigen Umsätzen in denen in erster Linie die Hartgesottenen verkaufen. Gefolgt von einem langen Stimmungsumschwung. Anschließend gibt es Panikverkäufe der zittrigen Anleger und eine Übertreibung der Abwärtsphase. Dieser folgt eine Phase sich leicht erholenden Kurse mit niedrigen Umsätzen, in der nur noch wenige Hartgesottene kaufen. Gefolgt von einem weiteren langen Stimmungsumschwung. Und das Ei des Kostolany beginnt von vorne.

Das Ei des Kostolany

*aus „Der grosse Kostolany: Börsenseminar – Börsenpsychologie – Die besten Geldgeschichten

Wie ordne ich meine Finanzen?

Ich wurde letzten Monat von einer Freundin angesprochen. Sie wollte von mir wissen, wie sie für das Alter vorsorgen soll? Bzw. wie ich denn spare? Sie hat einen Bausparvertrag, eine betriebliche Altersvorsorge, ein Tagesgeldkonto und kein Depot, dafür aber irgendeinen Dachfonds, abgeschlossen bei irgendeinem Strukturvertrieb à la tecis, swiss life, Deutsche Vermögensberatung etc. Sicher weil Dachfonds das non-plus-ultra an risikoadjustierter Rendite darstellen und nicht, weil man dort die höchsten Abschlussgebühren bekommt… Dazu kommen noch ihre staatliche Rente, auf die sie sich nicht verlassen möchte, und diverse Versicherungen.

Bisher sind die meisten ihrer Finanzentscheidungen durch Zufall entstanden. Den Bausparvertrag hat ihr vor 10 Jahren die Hausbank aufgeschwatzt. Die betriebliche Altersvorsorge hat ihr die Kollegin aus der Personalabteilung empfohlen. Und der „Vermögensberater“ war ein armer Onkel, der an alle Bekannte und Verwandte den gleichen Dachfonds vertickt hat. Nach dem zweiten Bier wollte sie zusammen mit mir die Sache etwas strategischer angehen.

„Kannst du mich nicht beraten?“

Beraten darf ich sie nicht, aber allgemeine Ratschläge, damit die Altersvorsorge kein Zufallsprodukt bleibt, kann ich erteilen:

1. Überblick verschaffen

Als erstes sollte man sich einen finanziellen Überblick verschaffen. Den Finanzdschungel ordnen. Nur zusammentragen, ohne Wertung. Es ist wichtig, bei seinem Finanzplan die individuelle Einkommens- und Lebenssituation zu berücksichtigen und diese richtig einzuschätzen. Das geht nur, wenn man weiß, wie die eigenen Finanzen aussehen.

Dazu gehört, eine Art Kassensturz zu machen, indem man seine Einnahmen und Ausgaben gegenüberstellt. Je nach Vorliebe kann man sich eine Excel Datei anlegen, ein kleines Büchlein führen oder eine App nutzen. Zusätzlich erstellt man eine Art Bilanz über seinen privaten Besitz. Hier listet man alle Vermögensgegenstände auf und zieht anschließend seine Schulden ab.

Dies muss nicht an einem Nachmittag geschehen. Es reicht, wenn man mit einem kleinen Teil anfängt und sich nach und nach durch den eigenen Finanzdschungel arbeitet. Zum Beispiel listet man als erstes alle Konten auf. Das dauert keine 30 Minuten. Am nächsten Tag listet man alle Versicherungen inkl. Prämien auf und so weiter und so fort.

Am Ende sollten zwei Übersichten existieren: Eine Gegenüberstellung der Ein- und Ausgaben und eine Auflistung der Vermögensgegenstände und Schulden.

Hat man dies geschafft, ist man dem Ziel für das Alter vorzusorgen schon einen großen Schritt näher. Nach meiner Erfahrung wird man durch diese Aufgabe automatisch zu einem sorgsameren und bewussteren Anleger und verschafft sich einen Vorteil gegenüber impulsiveren Anlegern.

2. Kleine und große Ziele festlegen

Als nächstes sollte man sich Ziele setzen. Das können große oder kleine, kurzfristige oder langfristige Ziele sein. Wobei man am besten von den großen, langfristigen Zielen „Im Alter monatlich netto mindestens 2000,- EUR zur Verfügung haben.“ zu den kleinen, kurzfristigen Zielen „In diesem Jahr auf einen durchschnittliche Sparquote von mindestens 150,- EUR pro Monat kommen.“ geht.

Zusätzlich sollte große finanzielle Anschaffung berücksichtigt werden. Zum Beispiel wenn man ein Sabbatical oder einen Hauskauf plant. Auch sollte man ausreichende Puffer für Eventualitäten einbauen. So kann man als erstes Ziel zum Beispiel einen Eisernliquiditätspuffer von 3 Monatsausgaben definieren. Dieser schützt einen zum Beispiel davor bei überraschenden Reparaturen nicht in den Altersvorsorgetopf zu greifen.

3. Nicht den Kopf verlieren: Finanzen und Ziele überprüfen

Zum Schluss sollte man jede Position seiner Finanzübersicht durchgehen und prüfen, ob diese zielführend ist. Hierbei nicht den Kopf verlieren und nicht prokrastinieren.

Fazit

Für das Alter vorzusorgen ist eine gute Sache, aber man muss wissen wie man sie angehen. Einfach ist es nicht. Dem Zufall überlassen, sollte man es auch nicht. Manchmal hilft es, nicht den großen Wurf mithilfe eines befreundeten Finanzanalysten zu machen, sondern alleine Schritt für Schritt vorzugehen. Um eine gute Altersvorsorge zu bekommen, muss man sich selber kümmern. In diesem Sinne:

  • Schritt 1: Bestandsaufnahme.
  • Schritt 2: Ziele festlegen.
  • Schritt 3: Überprüfen, ob Bestände zielführend sind.

Cost Average Effekt: Sinnvoll oder nicht?

Heute möchte ich euch eine neue Seite von mir vorstellen. Es ist ein Onepager über das Thema Cost Average Effekt (Durchschnittskosteneffekt) und Sparpläne. Die Seite soll dem Leser vor allem helfen, die Vor- und Nachteil richtig einschätzen zu können. Der Sparplan hilft in der Krise nicht zu verkaufen. Er hilft dem Anleger investiert zu bleiben. Aus diesem Grund halte ich den Sparplan oder das Nutzen des Cost-Average-Effektes für die meisten Anleger für sinnvoll. Trotzdem muss man sagen, dass der Cost-Average-Effekt bei einem langfristigen Anlagehorizont der Einmalanlage unterlegen ist.

www.cost-average-effekt.de

 

Ich möchte die Seite gerne ausbauen und bin dabei auf eure Untertstüzung angewiesen. Habt ihr Idee und Anregungen rund um das Thema Cost Average Effekt und Sparpläne? Bitte schreibt mir eine E-Mail oder hinterlasst mir einen Kommentar.

Gratis Research

Gratis Research

Mit MIFID II tritt das sogenannte Research Unbundling in Kraft. Personen außerhalb der Finanzbranche sagt dies nichts, für Buy-Side Analysten, Fondsmanger und andere Personen der Branche hat dies aber große Folgen. Vor 2018 war es so, dass Fondshäuser indem sie über bestimmte Broker eine bestimmte Menge Wertpapiere gehandelt haben, gratis mit Unternehmensanalysen versorgt wurden. Die Kosten für die Analysten wurden indirekt durch die Handelsgebühren (Trading-Fees) gezahlt. Ab diesem Jahr muss man die Kosten für die Research gesondert abführen und die Handelsgebühren entsprechend absenken. Ob dies passieren wird, ist noch nicht klar. Aber „gratis“ Research steht den unabhängigen Fondshäuser auf jeden Fall nicht mehr zur Verfügung, nur weil sie mit einer bestimmten Bank Geschäfte macht. Aber es geht auch anderes und dies auch für Privatpersonen!

Seiten mit gratis Unternehmensanalysen

Es ist so, dass man trotzdem gratis an Research kommen kann und dies nicht nur als großer Fondsmanager. Manchmal veröffentlichen Unternehmen direkt auf ihrer Homepage gesponserten Research, wobei es mir um die Suche auf einzelnen Unternehmensseiten nicht geht. Ich habe hier zwei Seiten gefunden auf denen man gesammelt an Research kommt:

Research für japanische Unterenehmen: Shared Research
Research für deutsche Unternehmen: Investor Relations Center

Wichtig ist, zu wissen, dass die Berichte hier im Regelfall von den Unternehmen bezahlt wurden. Das heißt, sie sind nicht neutral. Manchmal liefern sie aber trotzdem eine gute Übersicht.

Kennt ihr ähnliche Seiten? Wenn ja, hinterlasst diese doch in einem kurzen Kommentar!


Willst du mehr zum Thema erfahren?

Willst du mehr zum Thema erfahren?Wenn du offline weiterlesen möchtest, kann ich dir Einfach Investieren – Grundlagen des Value Investing von Till Schwalm empfehlen.

Das Buch zeigt, wie jeder Privatanleger von den erfolgreichen Strategien von Warren Buffett & Co. profitieren kann. Er erläutert die Grundlagen des Investierens, gibt konkrete Tipps und hilft bei den ersten Schritten an der Börse. Die Grundlagen des Value Investing kompakt für Einsteiger aufbereitet.