Beiträge

GameStop

GameStop – ein Drama in drei Akten?

Dieser Text stammt aus dem Monatskommentar meiner Beteiligungsgesellschaft. Er stellt keine Handlungsempfehlung zum Kauf oder Verkauf dar, bitte beachtet auch den Disclaimer am Ende des Textes.

Was für ein Monat! Große Hedgefonds müssen gestützt werden, Broker lassen einen ausschließlich verkaufen, obsolete Geschäftsmodelle werden zu Milliarden bewertet und ein Trading-Mob zwingt einen zum Nachdenken. Vielen von euch, die sich nicht tagtäglich mit dem Finanzmarkt beschäftigen, wird entgangen sein, dass wir diesen Januar einen der ungewöhnlichsten Monate seit Jahrzehnten hatten. Schon in meinem letzten Schreiben habe ich in einer Fußnote auf das auffällige Verhalten von Nutzern sogenannter Trading-Apps/Neobrokern, wie Robinhood oder in Deutschland Trade Republic, hingewiesen. Was diesen Monat passiert ist, hat mich trotzdem überrascht. Auch wenn der Unterhaltungsfaktor groß ist, sollten wir als Gesamtgesellschaft überlegen, ob wir über diese Entwicklung nicht in einem breiteren Kontext diskutieren müssen. Aber beginnen wir von vorne:

Weiterlesen

Links: Was ich diese Woche gelesen habe.

Podcast: Sind ETFs eine Gefahr für den Markt?

In dieser Sonderfolge sprechen Tilman und ich mit Saidi von Finanztip über ETFs. Wir haben die Folgen bereits im letzten Jahr auf dem comdirect finanzblog award aufgenommen. In einer Gruppendiskussion haben Saidi und ich uns über die Frage gestritten, ob ETFs heute ein Risiko für den Gesamtmarkt darstellen oder nicht. Interessant ist, dass wir die Folge vor Corona aufgenommen haben und einige der Thesen aus meiner Sicht im Frühling tatsächlich sichtbar wurden. In diesem Sinne eine sehr spannende Folge!

Wir sprechen über:

  • Michael Burrys Warnung vor passiven Investments
  • Die Abhängigkeit der Märkte von Bluechips
  • Konzentration der Märkte auf wenige Titel
  • Die Vorteile und günstige Kosten von ETFs
  • Den Anteil von passivem Geld am Markt
  • Die Funktion des Marktes bzw. die Preisfindung am Markt
  • ETFs als Momentumverstärker am Markt

Sind ETFs eine Gefahr für den Markt?

 

Podcast-Abo:

Gerne kannst du den Gut Investieren Podcast auch abonnieren:

Ihr habt auch eine Frage für uns? Dann reicht sie gerne über fragen@valuedach.de oder einfach hier in den Kommentaren ein.

Börsenstart

Wann sollte man das erste Mal in Aktien investieren?

Auch dieses Jahr findet wieder der comdirect Blogger-Preis statt. In diesem Zug könnt ihr hier für euren Lieblingsblog abstimmen. Wenn euch mein Blog gefällt, würde ich mich über eure Stimme herzlich freuen. Jede Stimme zählt.

Um die Zeit bis zur Verleihung des finanzblog awards zu überbrücken, wurde eine Blogparade zum Thema „Dein Tipp zum Börsenstart – mit diesen drei Punkten gelingt der Start auf dem Parkett“ ins Leben gerufen.

Wann sollte man eigentlich das erste Mal an der Börse investieren?

Wenn man sich selbst das erste Mal mit Aktien beschäftigt und in Betracht zieht, in diese zu investieren, sollte man einige wichtige Dinge vorweg klären. Es ist wichtig, beim Investieren die individuelle Einkommens- und Lebenssituation zu berücksichtigen und diese richtig einzuschätzen. Grundsätzlich gilt: Man sollte das erste Mal in Aktien investieren, wenn man sich damit wohlfühlt. Um dieses Wohlbefinden zu erzeugen, sollte man nicht sein ganzes Hab und Gut einsetzen.

1. Finanziellen Überblick verschaffen

Aus diesem Grund ist der erste Schritt zum Investieren immer, sich einen finanziellen Überblick zu verschaffen. Dazu gehört, die Ausgaben und Einnahmen regelmäßig zu überprüfen. Nach meiner Erfahrung wird man durch diese Aufgabe automatisch zu einem sorgsameren und bewussteren Anleger und verschafft sich einen Vorteil gegenüber impulsiveren Anlegern. Man sollte monatlich eine Art Kassensturz machen, indem man seine Einnahmen und Ausgaben gegenüberstellt. Je nach Vorliebe kann man sich eine Excel-Datei anlegen, ein kleines Büchlein führen oder eine App nutzen. Zusätzlich erstellt man eine Art Bilanz über seinen privaten Besitz. Hier listet man alle Vermögensgegenstände auf und zieht anschließend seine Schulden ab.

2. Eiserner Liquiditätspuffer

Hat man diese Aufgabe erledigt, kommt meine erste Grundregel: Halte immer eine Nettokasse von mindestens drei Monatsausgaben zur Verfügung. Dieser eiserne Liquiditätspuffer wird nur in Notfällen angerührt. Notfälle sind unvorhergesehene Ausgaben, wie die Reparatur eines Autos oder zum Beispiel der Verlust des Arbeitsplatzes bei weiterlaufenden Lebenshaltungskosten. Nicht darunter fällt der Spontanurlaub mit Freunden oder das neuste Handy, welches man unbedingt haben möchte.

Diese 3-Monats-Reserve schützt davor, Wertpapiere zu einem ungünstigen Zeitpunkt verkaufen zu müssen, weil die Waschmaschine oder der Trockner kaputt gegangen ist. Zwar entgeht einem damit unter Umständen ein Teil der Rendite, aber nichts ist ärgerlicher, als in einem ungünstigen Moment verkaufen zu müssen. Neben der Auswahl eines schlechten Unternehmens ist die einzige Möglichkeit, an der Börse dauerhaft Geld zu verlieren, zu einem ungünstigen Zeitpunkt verkaufen zu müssen.

3. Zeit und Zinseszins

Die letzte Grundregel, um erfolgreich mit dem Investieren zu beginnen: Bringe Zeit mit. Um genügend Vermögen anzusparen, um davon leben zu können, muss man in Jahrzehnten denken. Insbesondere, wenn es um Aktien geht. Es gilt: Jedes Aktieninvestment sollte mindestens auf fünf Jahre angelegt sein. Kann man auf das Geld nicht für fünf Jahre verzichten, darf man nicht investieren.

Der Grund ist denkbar einfach: Egal wie gut die Analyse und die Strategie sind, der Aktienmarkt ist geprägt von Hochs und Tiefs. Es gibt keinen Investor, der diesem Zyklus entgehen kann. Langfristig wird man, wenn man versucht, wie ein Unternehmer zu denken und sich an die Grundregeln des Investierens zu halten, erfolgreich sein. Kurzfristig aber ist die Börse unvorhersehbar. Habe deshalb Geduld. Dies ist die wichtigste Eigenschaft eines Investors.

Denke langfristig, in Jahren, besser noch Jahrzehnten, und lasse den Zinseszins für dich arbeiten. Versuche, die tägliche Unruhe, verursacht durch Quartalsberichte, monatliche Makrostatistiken und wöchentliche Arbeitsmarktzahlen, zu ignorieren. Einschätzungen auf Basis von Quartalsberichten sind schon alleine deswegen oft fehlerhaft, da zum Beispiel der Zeitpunkt eines Auftragseingangs oder eines Feiertags einen großen Einfluss auf die Quartalszahlen hat. Versuche nicht, Aktien häufig zu handeln und die Auf- und Abwärtsbewegungen des Marktes genau zu treffen. Dies wird dir Geld und Nerven sparen.

Es ist wohl die schwerste Lektion des Investierens: Geduldig sein. Mit der ersten Regel stellt man sicher, dass man das investierte Geld niemals während der Investitionsphase braucht, und mit der letzten Regel bringt man seinen Kopf in die richtige mentale Stellung, sodass man sich nicht von äußeren Umständen treiben lässt. Investieren ist nur zu einem Teil die Fähigkeit, Bilanzen zu lesen und Analysen zu erstellen, ein wichtiger – vielleicht sogar der wichtigere – Teil des Erfolgs hängt von der Psychologie und der eigenen Selbsteinschätzung ab.

Noch einmal zusammengefasst. Meine drei Punkte für einen gelungenen Börsenstart:

  1. Verschaffen dir einen Überblick über deine finanzielle Situation

  2. Halte einen eiserner Liquiditätspuffer

  3. Bringe Zeit und Geduld mit

Für einen neuen Investor liegt die wichtigste Aufgabe darin, starke Nerven und viel Durchhaltekraft zu besitzen, um sich nicht der Psychologie der Börse zu unterwerfen. Man sollte nicht davon träumen, über Nacht mit einem Börsenanstieg zum Millionär zu werden, es ist jedoch mit dem Wachstum der Wirtschaft, harter Arbeit und viel Einsatz und Geduld möglich. Wenn man sich an diese Regeln hält und keine Angst vor Aktien hat, wird man langfristig zu den Gewinnern zählen.

Dieser Artikel ist ein leicht veränderter Auszug aus einem Kapitel meines Buches „Einfach Investieren – Grundlagen des Value Investing“. Wenn dich das Thema mehr interessiert, kannst du es hier kaufen.

strukturell gefährdete Märkte

Drei Fehlinvestitionen und was ich daraus gelernt habe – Teil 3: Bed Bath & Beyond

Versuch aus deinen Fehlern zu lernen oder besser noch aus den Fehlern von anderen. Aber verurteile denjenigen/diejenige nicht für seine/ihre Fehler, sondern bedanke dich, dass er/sie sie mit dir teilt. Am besten indem du hilfst und über deine Fehler sprichst.

Im Rahmen eines Vortrags im Sommer 2018 habe ich über meine drei besten Fehlinvestments gesprochen und was ich daraus gelernt habe. Diese drei Fehler möchte ich jetzt auch hier mit euch teilen. Hier ist das dritte Video:

 

 

Im ersten Video stelle ich meine Investition in die Pfleiderer AG (über die ich 2012 auch schon mal geschrieben habe) und das Problem von Schulden vor, im zweiten Video spreche ich über die Baumarktkette Praktiker (die ich hier mehrfach erwähnt habe) und einem Anleiheinvestment bei dem ich zu wenig wusste und im dritten und letzten Video spreche ich über die Bed Bath & Beyond Inc und das Problem von strukturell gefährdeten Märkten.

 


Wenn Sie automatisch auf dem Laufenden gehalten werden möchten, melden Sie sich zu meinem kostenlosen, monatlichen Newsletter an:


 

Insolvenz Praktiker

Drei Fehlinvestitionen und was ich daraus gelernt habe – Teil 2: Praktiker

Versuch aus deinen Fehlern zu lernen oder besser noch aus den Fehlern von anderen. Aber verurteile denjenigen/diejenige nicht für seine/ihre Fehler, sondern bedanke dich, dass er/sie sie mit dir teilt. Am besten indem du hilfst und über deine Fehler sprichst.

Im Rahmen eines Vortrags im Sommer 2018 habe ich über meine drei besten Fehlinvestments gesprochen und was ich daraus gelernt habe. Diese drei Fehler möchte ich jetzt auch hier mit euch teilen. Hier ist das zweite Video:

 

 

Im ersten Video stelle ich meine Investition in die Pfleiderer AG (über die ich 2012 auch schon mal geschrieben habe) und das Problem von Schulden vor, im zweiten Video spreche ich über die Baumarktkette Praktiker (die ich hier mehrfach erwähnt habe) und einem Anleiheinvestment bei dem ich zu wenig wusste und im dritten und letzten Video spreche ich über die Bed Bath & Beyond Inc und das Problem von strukturell gefährdeten Märkten.

 


Wenn Sie automatisch auf dem Laufenden gehalten werden möchten, melden Sie sich zu meinem kostenlosen, monatlichen Newsletter an:


Pfleiderer AG

Drei Fehlinvestitionen und was ich daraus gelernt habe – Teil 1: Pfleiderer

Versuch aus deinen Fehlern zu lernen oder besser noch aus den Fehlern von anderen. Aber verurteile denjenigen/diejenige nicht für seine/ihre Fehler, sondern bedanke dich, dass er/sie sie mit dir teilt. Am besten indem du hilfst und über deine Fehler sprichst.

Im Rahmen eines Vortrags im Sommer 2018 habe ich über meine drei besten Fehlinvestments gesprochen und was ich daraus gelernt habe. Diese drei Fehler möchte ich jetzt auch hier mit euch teilen. Hier ist das erste Video:

 

 

Im ersten Video stelle ich meine Investition in die Pfleiderer AG (über die ich 2012 auch schon mal geschrieben habe) und das Problem von Schulden vor, im zweiten Video spreche ich über die Baumarktkette Praktiker (die ich hier mehrfach erwähnt habe) und einem Anleiheinvestment bei dem ich zu wenig wusste und im dritten und letzten Video spreche ich über die Bed Bath & Beyond Inc und das Problem von strukturell gefährdeten Märkten.

 


Wenn Sie automatisch auf dem Laufenden gehalten werden möchten, melden Sie sich zu meinem kostenlosen, monatlichen Newsletter an:


 

Lego Investment

Das Lego Investment

Ich habe vor einiger Zeit auf einem anderen Blog und einem YouTube-Kanal gesehen, dass man Lego heute auch als Investment bezeichnen darf. Ich musste dabei schmunzeln, weil ich scherzhaft öfter zu meiner Frau sage, dass Lego mir ungefähr die gleiche Rendite bringt wie meine Aktieninvestments. Allerdings kaufe ich Lego Sets nicht um sie im Karton im Keller zu konservieren, sondern als eines meiner liebsten Hobbys: Ich kaufe nur aus der Lego Creator Expert Häuser Serie, baue sie auf und stelle sie mir ins Regal. Weiterlesen

Trying too hard Dean Williams

„Trying too hard“ von Dean Williams

Vor einiger Zeit bin ich in meinem Archiv erneut auf einen Vortragstext von Dean Williams gestoßen, welchen er 1981 als Ersatz für Dave Broder am Rockford College gehalten hat. Ein Text, den ich jetzt ein zweites Mal gelesen habe, und der mich wieder zum Schmunzeln und Nachdenken gebracht hat. Viel mehr kann man von einem guten Vortrag nicht erwarten. Weiterlesen

Wieso ich nicht mehr nur nach günstigen, sondern vor allem nach guten Aktien suche

Wieso ich nicht mehr nur nach günstigen, sondern vor allem nach guten Aktien suche

Ich investiere jetzt seit 10 Jahren mehr oder weniger professionell mein Geld an der Börse. Begonnen habe ich mit einem Investmentclub während der großen Finanzkrise 2009. Rückblickend eine herrliche Zeit für Schnäppchenjäger. Ich habe innerhalb kürzester Zeit mein investiertes Geld verdreifacht und bin der Börse treu geblieben. Allerdings folgten auf meine sehr erfolgreichen Jahre bis 2013 fünf eher magere und das obwohl die Börsen ziemlich gut gelaufen sind. Rückblickend kann ich ziemlich genau sagen, was mich Performance gekostet hat. Weiterlesen

Creme de la Creme der Unternehmen Gewinnbringend Investieren

Die Crème de la Crème der Unternehmen

Ich bin grundsätzlich auf der Suchen nach kapitaleffizienten Unternehmen. Unternehmen, die es schaffen, ohne viel Geld zu wachsen und Geld an ihre Aktionäre zurückzuführen – die Crème de la Crème der Unternehmen.

Weiterlesen