20 Minuten Unternehmensbewertung

Cash is trash

Wir befinden uns in einer sehr interessanten Marktphase. Von der Entwicklung her ähnlich wie 2000 mit etwas Inflation aus den 70er Jahren. Aber ich bin optimistisch was die Zukunft angeht.

In meinem aktuellen „Value Investing Brief“ gehe ich detailliert auf die aktuellen Entwicklungen und Krisen ein. Die Berichtssaison zu Q1 ist abgeschlossen und es gibt zahlreiche Unternehmensupdates. Des Weiteren gibt es ein Blue Chip als Investmentidee des Monats sowie die aktuelle Markteinschätzung von mir.

Hier ist der Einleitungstext aus dem aktuellen Brief:

Cash is trash.

Die aktuelle Situation bleibt sehr schwierig. Trotzdem bin ich optimistisch, was die Zukunft betrifft. Wir befinden uns in einer sehr interessanten Marktphase. Von der Entwicklung her ähnlich wie 2000. Die Hyperwachstums- und Meme-Aktien gemessen am ARK Invest ETF liegen bei -70% von ihren Höchstkursen. Der NASDAQ ist -25%, S&P 500 dagegen nur -13% und der DAX sogar nur -8% (alles gemessen in EUR zum 30.05.2022). Wir befinden uns mit unserem Portfolio mit -15% irgendwo dazwischen.

Der Hintergrund dieser Divergenz zwischen Wachstums- und Value-Aktien könnte sein, dass wir uns im letzten Tanz eines Bullenmarktes befinden. In der Breite haben die Investierenden ihre riskanteren Anlagen abgestoßen und sind in weniger riskante Anlagen gewechselt. Man hat sozusagen seine Shopify Aktien gegen Coca Cola Aktien getauscht. Auch bei uns fällt diese Entwicklung im Portfolio auf.

In was für einer Krise befinden wir uns?

Wir befinden uns aber noch nicht in einem Bärenmarkt. Die Musik spielt noch. Das heißt fallende Kurse über alle Anlageklassen, Regionen und Segmente gibt es noch nicht. Wachstums-/Technologieaktien haben weitaus mehr verloren als klassische Value-Aktien und einige Sektoren wie S&P Oil & Gas (immerhin 10% des S&P 500) sind in diesem Jahr um über 40% gestiegen, dies gilt auch für die Rohstoffklassen und Energieaktien.

Man muss sich also die Frage stellen, was passiert, wenn die Musik vollständig stoppt, wie 2002 oder 2009. Rein technisch betrachtet sind wir noch etwa 12-18 Monate und -40% von den Tiefstwerten damals im Aktienmarkt entfernt. Allerdings, anders als 2007-2009, sehe ich momentan keine Finanz- und Bankenkrise und damit eine Systemkrise. Gleichzeitig, ähnlich wie in dem Corona-Crash, ist der aktuelle Absturz sehr schnell. Die All-Zeit-Hochs der Indizes waren zwischen Ende November und Anfang Januar. Das heißt, auch wenn sich die Geschichte reimt, wiederholt sie sich nicht.

Offensichtlich gibt es eine politische Krise mit einem großen Krieg in Europa, aber auch eine realwirtschaftliche Krise ausgelöst durch Corona mit den Lieferkettenengpässen und der zeitweisen Beendigung einer globalen Arbeitsteilung. Zudem spielt im Hintergrund die Inflation eine gewaltige Rolle für den Kapitalmarkt. Diese betrifft nicht in erster Linie Besitzende von Eigenkapital, aber Gläubiger und Menschen mit viel Cash. All jene, die rein finanzielle Anlagen besitzen, gehören zu den Verlierern, auch wenn es vielleicht bald wieder Zinsen auf dem Tagesgeldkonto gibt. In einem inflationären Umfeld ist Cash = Trash. Aktien gehören nicht zu den rein finanziellen Anlagen. Es sind reale Unternehmen, die wir besitzen. Aus diesem Grund und aufgrund der Zusammensetzung unseres Portfolios bin ich entspannt.

In was investieren wir?

Wir haben den Mai weiter dazu genutzt, uns taktisch besser für eine hohe Inflation aufzustellen. Kurzfristig wären Rohstoffe die beste Anlageklasse, um von hoher Inflation zu profitieren. Allerdings verzichtet man mit Rohstoffen auf reales Wachstum. Es ist eine reine Absicherung gegen Inflation. Die mittelfristige Renditeerwartung, wenn die erwartete Inflation eintritt, ist null. Aus diesem Grund kaufe ich vermehrt Unternehmen mit realen Wachstumsraten über der Inflationsrate, die nach Möglichkeit keine großen Investments brauchen.

Unternehmen mit teuren Anlagen profitieren zwar kurzfristig auch enorm von der Inflation, da sie Preisanhebungen durchführen können ohne dass die Abschreibungen steigen, sodass der Gewinn deutlich höher ausfällt als ursprünglich erwartet. Mittelfristig müssen sie diesen höheren Gewinn aber vollständig in den Erhalt und den Ersatz der teuren Anlagen stecken, sodass es viel schwieriger einzuschätzen ist, ob die Aktionäre zu den Gewinnern oder Verlieren hoher Inflation gehören – Preisstabilität ist für alle langfristigen Investitionen das beste Umfeld.

Land und Immobilien sind natürlich auf den ersten Blick auch ein guter Schutz gegen Inflation, aber insbesondere bei letzterem spielt das Zinsumfeld eine ebenso große Rolle, sodass auch bei Immobilien nicht klar ist, ob sie zu den Gewinnern oder Verlieren gehören. Das reale Wachstum von Land und Immobilien liegt in Verpachtung und Vermietung, welche relativ streng geregelt ist und Preisanhebungen deutlich über der Inflationsrate eigentlich nicht zulässt. Gleichzeitig ist die Bewertung eine Funktion aus den Zinsen, die man für die Darlehen bezahlt. Immobilien werden fast immer mit hoher Verschuldung gehalten, sodass steigenden Zinsen zu fallenden Preisen führen können.

Worauf achte ich außerdem?

Zinsen spielen eine große Rolle. Nicht nur beim Kauf und Verkauf von Immobilien. Mit steigenden Zinsen gibt es für Anleger und Anlegerinnen wieder Alternativen zu Aktien: Anleihen. Man muss sich anschauen, wie die Entwicklung hier weitergeht. Erst einmal scheint der längste Bullenmarkt aller Zeiten zu enden. Zinsen sind 40 Jahre lang gefallen und damit die Preise für Anleihen gestiegen. Die allgemeine Verschuldung (Staat, Private & Unternehmen) in den USA ist vom historisch langfristigen 1,1-fachen GDP 1985 auf das 2,5-fach GDP heute angewachsen. Was passiert, wenn die Zinsen weiter steigen? Zinsen und Inflationserwartungen sind eng miteinander verbunden. Trotzdem denke ich, dass ein Großteil der aktuellen Inflation nicht mit höheren Zinssätzen bewältigt werden kann, da es nicht die ausgegebenen Kredite sind bzw. eine dadurch ausgelöste hohe Nachfrage, die diese Inflation getrieben haben. Es ist die Globalisierungs- und Lieferkettenkrise, also ein zu niedriges Angebot. Wird das von den Notenbanken genauso gesehen? Ich weiß es nicht. Es hängt stark davon ab, ob wir in eine Inflationsspirale kommen oder die aktuellen Ereignisse eine Vielzahl von Einmalschocks darstellen.

Hierfür beobachte ich:

  • Tarifabschlüsse: Werden diese über der Inflationsrate abgeschlossen? Wenn ja, erhöhen sich die Kosten für Produkte und damit auch die Preise. Der Effekt ist aus meiner Sicht aber einer der mildesten, auch wenn oft von einer Lohn-Preis-Spirale gesprochen wird.
  • Personalmangel: Wie sieht der Arbeitsmarkt aus? Mittelfristig haben wir in großen Teilen der Welt nicht genug Arbeiter (China & westliche Welt). In Zeitarbeitsfirmen herrscht jetzt schon ein Mangel genügend qualifiziertes Personal zu finden. Die USA haben Vollbeschäftigung. Und in fünf bis sieben Jahren werden die Babyboomer in Rente gehen. Insgesamt eine Gemengelage, die höhere Löhne, weniger Angebot und damit höhere Preise nach sich ziehen wird. Diesen Effekt halte ich für wesentlich stärker als die Tarifabschlüsse, da es auch die Kapazität in der Wirtschaft betrifft.
  • Preissetzung: Was haben die Unternehmen hinsichtlich Preissetzung gelernt? Wird es „normal“ Preise halb-jährlich zu erhöhen oder reicht der Wettbewerb aus, um Preise niedrig zu halten? Hier habe ich wenig Sorge, wenn es genügen Angebot gibt.
  • Wettbewerb: Gibt es noch genug Wettbewerb? Durch Corona wurden Onlinehändler (Amazon) und Supermarktketten, die zuvor schon stark waren, noch einmal gestärkt. Gibt es noch genügend Wettbewerb im Einzelhandel oder können einzelne Händler Preise diktieren? Auch hier halte ich den Effekt für überschaubar, auch wenn man vorsichtig sein muss, dass keine Quasi-Monopole entstehen.
  • China: Lockert China seine Corona-Maßnahmen in den nächsten Monaten und ändert die Strategie hinsichtlich Covid? Ansonsten fällt China als zuverlässiger Zulieferer weiter aus und die Lieferketten werden immer wieder unterbrochen, was das Angebot knapphält und Preiserhöhungen vereinfacht.
  • Russland: Kommt genug Gas nach Europa? Ein Abdrehen der Gaslieferungen würde zu höheren Preisen führen. Nicht nur würde Energie generell teurer. Eine weitere Verknappung würde zu Produktionsengpässen führen, das Angebot für viele Produkte weltweit verknappen und damit einen noch größeren Effekt auf die Preise haben als die reinen Kosten für Gas.
  • Ausbau Erneuerbare und Militär: Wie schnell werden die angekündigten Regierungsprogramme umgesetzt? Zusätzliche Ausgaben für Militär und Infrastruktur erhöht die Nachfrage und damit auch die Preise. Hier wäre insbesondere eine an die allgemeine Wirtschaftssituation angepasste Fiskalpolitik zu wünschen. Öffentliche Projekte ausarbeiten, die in kürzerer Zeit aktiviert werden können, wenn sich die Privatwirtschaft abkühlt. Allerdings halte ich das für unwahrscheinlich. Das heißt, die aktuelle Ausgabenpolitik beschleunigt die Inflation.
  • Wirtschaftliche Abkühlung: Gibt es eine wirtschaftliche Abkühlung? Momentan befinden wir uns noch in einem wirtschaftlichen Aufschwung aus dem Coronatief. Das ist in der Hinsicht bemerkenswert, da alle Signale auf Krise stehen. Sollte sich die Wirtschaft abkühlen, würde das die Nachfrage senken und damit auch den Druck auf die Preise.

Was heißt das für unser Portfolio?

Zunächst schaue ich mir einzelne Aktien im Technologiesektor an. Einige Unternehmen sind billiger als 2019, haben ein besseres Geschäft, wachsen und werden wachsen, auch mit Raten deutlich über der Inflation. Seit Anfang des Jahres rotiere ich unser Portfolio von Value-Aktien zu Wachstumswerten zu einem vernünftigen Preis (ich möchte immer voll investiert sein – egal, was der Markt sagt).

Value Investing Brief:

Dieser Text stammt aus meinem monatlichen „Value Investing Brief„.

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Meine 1-jährige Tochter, die Aktionärin

Meine Töchter (3 & 5 Jahre), die Aktionärinnen

Vor vier Jahren habe ich ein Artikel geschrieben „Meine 1-jährige Tochter, die Aktionärin“. Damals habe ich kurz erklärt, dass das Sparbuch, das viele Enkel von ihren Großeltern zur Geburt, Kommunion, Konfirmation, etc. bekommen, nichts bringt. Und ich es anders machen werden und den Kindern ein Aktiendepot einrichte.

Anders als ich es damals beschrieben habe, habe ich dieses dann 50:50 zwischen einem ETF auf den MSCI World Index und 10 Einzeltitel aufgebaut. Die Herausforderung war, dass ich die Unternehmen, die ich kaufe, für 17-18 Jahre nicht mehr anfasse und nur die Dividenden reinvestiere.

Es sind also Titel geworden, bei denen ich eine hohe Wahrscheinlichkeit sehe, dass sie in 18 Jahren noch existieren. Sie sind nicht identisch mit den Unternehmen, die ich sonst bei meiner Strategie auswähle, die 10 Jahre in die Zukunft blickt und bei der ich die Möglichkeit habe, unterwegs zu verkaufen.

Die Neuanlage der Dividenden kann dann auch in andere Titel sein als die ursprüngliche zehn. Wenn meine Töchter alt genug sind, können sie selbst aussuchen, in was die Dividenden reinvestiert werden soll. Aber die freie Verfügung über das Geld gibt es erst mit 18 Jahren. Explizite Dividendentitel habe ich nicht ausgesucht.

Meine Vermutung war, dass ich nach ca. 3 Jahren, die erste neue Anlage tätigen kann. Ich also ca. 3% Dividendenrendite (alles im Steuerfreibetrag, also brutto gleich netto) habe. Dies war nicht so. Ich habe ca. 4 Jahre gebraucht, um das erste Mal wieder 10% des Portfolios anzulegen.

Spannender ist aber natürlich, die Frage, wie haben die zehn Title in den ersten fünf Jahren abgeschnitten?

Hier eine Übersicht:

5-jährige Tocher

(in EUR) Perf. 10 Titel Dividende Perf. MSCI* Gesamt
2017 100% 0,65% 100% 100%
2018 102% 2,69% 95% 100%
2019 131% 3,04% 118% 124%
2020 137% 2,68% 123% 130%
2021 179% 2,73% 165% 170%
YTD 161% 1,12% 148% 153%
Total 161% 148% 153%

* Den MSCI World habe ich über den IShares Core MSCI World in USD jeweils über 3 Jahre (2017-2019) halbjährlich über 6 Tranchen gekauft.

3-jährige Tochter

(in EUR) Perf. 10 Titel Dividende Perf. MSCI* Gesamt
2017
2018
2019 100% 1,67% 100% 100%
2020 118% 2,68% 113% 114%
2021 145% 2,83% 136% 141%
YTD 134% 0,91% 122% 127%
Total 134% 122% 127%

* Den MSCI World habe ich über den IShares Core MSCI World in USD jeweils über 3 Jahre (2019-2021) halbjährlich über 6 Tranchen gekauft.

Man sieht, die Performance meiner Auswahl ist für beide Portfolien besser als der Index und das obwohl die Rendite der einzelnen Werte stark variiert (-44% bis +242% bzw. -25% bis +129%):

Einzelentwicklung (ohne Dividende) der zehn Aktien im Portfolio der 5-jährigen Tochter

Einzelentwicklung (ohne Dividende) der zehn Aktien im Portfolio der 3-jährigen Tochter

Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit der Auswahl und der Entwicklung der Portfolien. Auch hat sich meine Einschätzung nicht geändert, dass alle Unternehmen noch in 13 bzw. 15 Jahren existieren werden. Spannend wird bleiben, ob sie den Markt outperformen können oder nicht.

Vor 5 Jahren habe ich an dieser Outperformance gezweifelt und die Finanzwissenschaft spricht auch gegen die Fähigkeit ein Portfolio auszusuchen, welches den Markt schlägt. Zwei Portfolien und 3 bzw. 5 Jahre sind auch noch kein repräsentativer Zeitraum. Insbesondere weil die Unternehmen nicht an einem Stichtag ausgewählt wurden, sondern über den Zeitraum eines Jahres und das ETF Portfolio über einen Zeitraum von 3 Jahren in steigenden Märkten – somit ist der Vergleich nicht fair. Wären die Märkte in den ersten drei Jahren also von 2017-2019 und von 2019-2021 gefallen, wäre der Vergleich zumindest über den gesamten Zeitraum anders ausgefallen.

In diesem Sinne, freue ich mich schon auf das nächste Update in fünf Jahren und zu sehen, ob mein ursprünglicher Gedanke, dass ein solches Portfolio wahrscheinlich nicht den Markt schlagen kann oder eine „survivorship“-Outperformance eintritt. Damit meine ich, dass eine Gruppe Unternehmen, die 18 Jahre überleben, eigentlich besser als der Markt abschneiden muss, da der Markt von Zeit zu Zeit auch eine Wirecard oder ähnliches beinhaltet. Die Zukunft wird es zeigen.

Dieser Blogeintrag ist wieder für euch, meine Töchter, und als Erinnerung für mich geschrieben.

Alles Liebe,

euer Papa (oder auch „dein Till“)

Deep Dive: Streamingmarkt und Netflix

Im April 2022 wurde die Netflix-Aktie nach schwachen Zahlen an einem Tag um -37% abverkauft. Vom Allzeithoch hat die Aktie inzwischen über -70% an Wert verloren. Die entscheidende Frage ist, ob wir uns inzwischen auf einem Niveau befinden, der Netflix als Investment attraktiv macht.

Im folgenden Teil möchte ich einen Kommentar über den Streamingmarkt abgeben ohne in eine quantitative Bewertung einzusteigen.

In meiner Analyse kann Netflix heute, wenn sie nur ihre Position halten wollen, ca. 5 Mrd. USD nachhaltigen Gewinn/Cashflow generieren. Dies entspricht einem KGV von 17,5 oder einer Rendite von ca. 6%. Dies ist für ein Investment zu teuer. Die Frage ist, ob wir bei Netflix denn schon am Ende der Fahnenstange angekommen sind oder ob Wachstum trotz des schlechten Quartals noch möglich ist?

Ich bin überzeugt, dass Netflix ein gutes Geschäftsmodell hat und der Streamingmarkt für 3-4 große globale Player attraktiv ist.

Aber kommen wir zu meinem Kommentar: Weiterlesen

Thomas Vittner Börsentalk

Zu Gast bei Thomas Vittner’s Börsentalk

Ich durfte am 24.02.2022 zu Gast bei Thomas Vittner sein. Natürlich ein denkwürdiges Datum, deshalb gleich vorab: Wir haben nicht über den Einmarsch Russlands in der Ukraine gesprochen. Die Situation war noch zu frisch, um sie einordnen zu können. Wir haben aber einige interessante Themen über meinen Werdegang und das Investieren abgehandelt. Unter anderem über mein Vorgehen bei Anlegen auch in Krisen, welche Philosophie ich beim Investieren verfolge und was ich bei einzelnen Titeln, wie z.B. PayPal, suche.

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GameStop

GameStop – ein Drama in drei Akten?

Dieser Text stammt aus dem Monatskommentar meiner Beteiligungsgesellschaft. Er stellt keine Handlungsempfehlung zum Kauf oder Verkauf dar, bitte beachtet auch den Disclaimer am Ende des Textes.

Was für ein Monat! Große Hedgefonds müssen gestützt werden, Broker lassen einen ausschließlich verkaufen, obsolete Geschäftsmodelle werden zu Milliarden bewertet und ein Trading-Mob zwingt einen zum Nachdenken. Vielen von euch, die sich nicht tagtäglich mit dem Finanzmarkt beschäftigen, wird entgangen sein, dass wir diesen Januar einen der ungewöhnlichsten Monate seit Jahrzehnten hatten. Schon in meinem letzten Schreiben habe ich in einer Fußnote auf das auffällige Verhalten von Nutzern sogenannter Trading-Apps/Neobrokern, wie Robinhood oder in Deutschland Trade Republic, hingewiesen. Was diesen Monat passiert ist, hat mich trotzdem überrascht. Auch wenn der Unterhaltungsfaktor groß ist, sollten wir als Gesamtgesellschaft überlegen, ob wir über diese Entwicklung nicht in einem breiteren Kontext diskutieren müssen. Aber beginnen wir von vorne:

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Update

Podcast: Portfoliomanagment mit Baki Irmak

In Zusammenarbeit mit Tilman von der Good Investing Community ist eine weitere Folge des Gut Investieren Podcast entstanden. In der dreizehnten Episode haben wir noch einmal Baki Irmak vom Digital Leaders Fund zu Gast. Mit ihm sprechen wir über die Frage, wie er seine Titel im Portfolio gewichtet.

Das Gespräch gibt einen großartigen Einblick in die Arbeit eines konzentrierten Fondsmanagers. „Diversifikation ist wichtig, aber irgendwann hat man so viele Positionen, dass die Meinung des Fondsmanagers nicht mehr erkennbar ist.“ lautet die Meinung von Baki Irmak.

Bei dem Gespärch zeigt er noch einmal seinen Investmentansatz, der eine interessante Mischung aus Value Investing und Wachstumsbewertung darstellt, und nach welchen Kriterien gekauft wird – selten wird eine Position komplett verkauft. In seinem Portfolio liegt die normale Positionsgröße zwischen 1% bis 6%. Gleichzeitig spielen makroökonomische Aspekte, wie Branchen- oder Länderallokation,  bei seiner Anlagestrategie eine untergeordnete Rolle. Man kauft nach Expertise und orientiert sich an den Themen, die man versteht. Verkauft wird, wenn man einen Irrtum begannen hat oder eine Sondersituation, z.B. durch Merger, entstanden ist.

Wie managet ein Fondsmanager seine Positionen? Mit Baki Irmak

 

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Was besagt die Aktienquote 100 - Alter

Podcast: Digitale Spuren mit Baki Irmak

In der aktuellen zwölften Folge des Gut Investieren Podcasts sprechen wir mit Baki Irmak vom Digital Leaders Fund über digitale Spuren von Unternehmen, welche man für die Bewertung nutzen kann.

Hintergrund der Frage ist, dass man zuerst einmal das Unternehmen nach Zahlen, Daten, Fakten fragt. Aber kann man den Aussagen eines Unternehmens vertrauen? Um dies zu überprüfen, gibt uns das Gespräch mit Baki Irmak einige Werkzeuge an die Hand. Spannend ist die Aussage, dass eine einfache Kennzahl, der Net Promoter Score, oft zuverlässiger ist, im Gegensatz zu umfangreichen Kundenbefragungen. Grundsätzlich sollte man sich bei allen Daten und Informationen fragen, wie robust die Datenbank dahinter ist. Wie wahrscheinlich ist es, dass die Zahlen und Daten manipuliert sind?

Um weiche Faktoren, wie die Unternehmenskultur oder die Innovationskraft von Unternehmen, zu bewerten, hilft ein Blick auf externe Plattformen, wie https://www.glassdoor.com/ oder https://www.kununu.com/ (Unternehmenskultur) und https://github.com/ (Innovationskraft). Bei Github kann man z.B. überprüfen, wie viele Techies an OpenSource Projekten mitarbeiten.

Für harte Faktoren bei Digitalunternehmen empfiehlt Baki Irmak Traffic und Download Daten. Beim Traffic kann man https://www.alexa.com/ oder https://www.similarweb.com/ nutzen und z.B. überprüfen, wie viel des Traffics organisch oder bezahlt ist. Bei App-Downloads kann man https://www.appannie.com/ oder https://sensortower.com/ nutzen. Hier ist neben den reinen Downloadzahlen das Nutzungsverhalten von Apps (Engagement) interessant. 90 Tagen nach dem Download werden z.B. laut SensorTower nur noch 2% der Apps genutzt. Um die Bindung der App-Nutzer zu überprüfen stellt Baki Irmak eine einfache Kennzahl der Daily Active User im Vergleich zu Monthly Active User (DAU/MAU Ratio) vor. Diese Kennzahl sollte größer als 50% für gute Apps sein. Als Beispiel nennt er die Facebook App, bei der die Kennzahl bei ca. 70% liegt.

Zum Abschluss der Folge zeigt Baki Irmak noch, wie der Digital Leaders Funds die Digitalen Spuren während der Coronakrise genutzt hat.

Weitere erwähnte Werkzeuge waren https://trends.google.com/ und https://socialblade.com/.

Wie findet man die digitale Spur von Unternehmen? Mit Baki Irmak


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Links: Was ich diese Woche gelesen habe.

Podcast: Sind ETFs eine Gefahr für den Markt?

In dieser Sonderfolge sprechen Tilman und ich mit Saidi von Finanztip über ETFs. Wir haben die Folgen bereits im letzten Jahr auf dem comdirect finanzblog award aufgenommen. In einer Gruppendiskussion haben Saidi und ich uns über die Frage gestritten, ob ETFs heute ein Risiko für den Gesamtmarkt darstellen oder nicht. Interessant ist, dass wir die Folge vor Corona aufgenommen haben und einige der Thesen aus meiner Sicht im Frühling tatsächlich sichtbar wurden. In diesem Sinne eine sehr spannende Folge!

Wir sprechen über:

  • Michael Burrys Warnung vor passiven Investments
  • Die Abhängigkeit der Märkte von Bluechips
  • Konzentration der Märkte auf wenige Titel
  • Die Vorteile und günstige Kosten von ETFs
  • Den Anteil von passivem Geld am Markt
  • Die Funktion des Marktes bzw. die Preisfindung am Markt
  • ETFs als Momentumverstärker am Markt

Sind ETFs eine Gefahr für den Markt?

 

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Unternehmensanalyse SMT Scharf AG

Podcast: Quellen für die Aktienanalyse

Im Gespräch mit Axel Krohne (Experte für Investments in Schwellenländer) gehen wir der Fragen nach, welche Quellen er für seine Aktienanalyse verwendet. Für ihn ist der Jahresabschluss der Firmen am wichtigsten. Daneben sind die Reisen und die Gespräche mit den Management eine Quelle. Eine Quelle, die man aber mit Vorsicht genießen muss. Für das Investment in Schwellenländern ist aber die Reise unumgänglich, um das Land, die Management und damit die Firmen kennenzulernen und zu verstehen.

Welche Quellen verwenden die Profis bei der Aktienanalyse? Mit Axel Krohne

 

 

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Performance SFG-Value

Podcast: Cash & Kasse in unserem Portfolio

In der 10. Folge des Gut Investieren Podcast behandeln wir das Thema Cash und Kasse – für uns beide ein schwieriges Thema.

Cash ist nicht zwingend King!

Wir beantworten unter Anderem:

  • Wie viel Kasse sollte man halten?
  • Was macht die Kasse langfristig?
  • Sollte man voll investiert sein?
  • Was sind die Opportunitätskosten?

Zusammengefasst:

Wie handhaben wir Cash & die Kasse in unserem Portfolio?

Wer mehr zu dem Thema erfahren möchte, dem empfehle ich auch mein Buch:

Einfach investieren: Grundlagen des Value Investing

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