Der digitale Wandel in der Finanzbranche

Rezension: Der digitale Wandel in der Finanzbranche

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Nachdem ich vor anderthalb Jahren das Buch «Vorsorgemodell 4.0» von Florian Müller vorgestellt habe, möchte ich heute mit seinem neusten Werk «Der digitale Wandel in der Finanzbranche: Wie Fintechs, Robo Advisor und Blogger die Banken schlagen» anschließen. Florian Müller ist ein Freund und Blogger-Kollege und schreibt regelmäßig auf http://www.boerseneinmaleins.de.

Trotzdem werde ich eine ehrliche Einschätzung zu seinem Buch abgeben und die ist leider nicht positiv. Sein neues Buch ist mir zu oberflächlich, an vielen Stellen zu polemisch und teilweise sogar etwas verschwörungstheoretisch, sodass man es mit sehr viel Vorsicht lesen muss. Trotzdem kann der Leser ein paar Dinge mitnehmen.

Die Stärken

Seine Stärken entwickelt das Buch im Schluss, wo der Autor die Geschäftsführer von zwei Robo-Advisorn Scalable und vaamo, sowie einige Blogger zu Wort kommen lässt. Meine Empfehlung an dich, Florian, bleib beim nächsten Mal bei den beiden Themen und baue die Informationen dazu aus. Ich weiß, dein Wissen zu beiden Themen ist deutlich größer, als es in deinem Buch rüberkommt. Gerne hätte ich dazu mehr gelesen! Deine Sicht aus der Praxis ist ein echter Mehrwert für die Leser.

Deine Prognosen hinsichtlich der Entwicklung des Finanzsektors teile ich nicht. Die positiven Aspekte vom Banken und Regulierungen kommen in deinem Buch, genauso wie die Risiken von Kryptowährungen und Robo-Advisorn, zu kurz. Christoph Geiler bringt die Problematik in deinem Buch eigentlich schön auf den Punkt: Bei Robo-Advisorn fehlt die persönliche Beratung. In Krisenphasen könnte dies Probleme bereiten und bisher muss noch kein Robo-Advisor eine Markkrise überstehen. Banken und Berater (und ich rede hier nicht von Strukturvertrieben oder Sparkassenberatern) haben ihre Daseinsberechtigung bei der richtigen Einschätzung des Risikoprofils (ich glaube viele Kunden belügen sich leider selbst, was ihre Risikotragfähigkeit angeht) und dem Händchenhalten, wenn die Märkte nach unten gehen.

Auch halte ich Banken nicht für so tot, wie du. Du zeigst ja über white-label Produkte können alte Banken Robo-Advising in ihr Angebot mit aufnehmen.

Für eine Version 2.0 deines Buches wünsche ich mir folgendes:

  • Streich alles über Kryptowährung. Dazu gibt es, wie du selber sagst, gute andere Bücher.
  • Konzertiere dich auf Robo-Advisor und Finanzblogger, die ebenfalls als eine Art von digitalen Beratern fungieren.
  • Schreib auch über die negativen Aspekte, der grundsätzlich positiven Entwicklungen.
  • Erkläre wie Robo-Advisor funktionieren:
    • Wie werden die Kunden eingeschätzt? Zeig einen exemplarischen Fragebogen.
    • Wie wird das Geld angelegt? Zeige ein exemplarisches Portfolio.
  • Versuche die Quintessenz der Gastschreiber in deinen eigenen Worten zusammenzufassen und einzuordnen.

Empfehlung

Unterm Strich empfehle ich das Buch nur für erfahrenden Leser, die die Informationen richtig einordnen können. Dann regt das Buch aber zum Nachdenken an und lohnt sich zu lesen.

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