Beiträge

Update

Podcast: Portfoliomanagment mit Baki Irmak

In Zusammenarbeit mit Tilman von der Good Investing Community ist eine weitere Folge des Gut Investieren Podcast entstanden. In der dreizehnten Episode haben wir noch einmal Baki Irmak vom Digital Leaders Fund zu Gast. Mit ihm sprechen wir über die Frage, wie er seine Titel im Portfolio gewichtet.

Das Gespräch gibt einen großartigen Einblick in die Arbeit eines konzentrierten Fondsmanagers. „Diversifikation ist wichtig, aber irgendwann hat man so viele Positionen, dass die Meinung des Fondsmanagers nicht mehr erkennbar ist.“ lautet die Meinung von Baki Irmak.

Bei dem Gespärch zeigt er noch einmal seinen Investmentansatz, der eine interessante Mischung aus Value Investing und Wachstumsbewertung darstellt, und nach welchen Kriterien gekauft wird – selten wird eine Position komplett verkauft. In seinem Portfolio liegt die normale Positionsgröße zwischen 1% bis 6%. Gleichzeitig spielen makroökonomische Aspekte, wie Branchen- oder Länderallokation,  bei seiner Anlagestrategie eine untergeordnete Rolle. Man kauft nach Expertise und orientiert sich an den Themen, die man versteht. Verkauft wird, wenn man einen Irrtum begannen hat oder eine Sondersituation, z.B. durch Merger, entstanden ist.

Wie managet ein Fondsmanager seine Positionen? Mit Baki Irmak

 

Podcast-Abo:

Gerne kannst du den Gut Investieren Podcast auch abonnieren:

Ihr habt auch eine Frage für uns? Dann reicht sie gerne über fragen@valuedach.de oder einfach hier in den Kommentaren ein.

Was besagt die Aktienquote 100 - Alter

Podcast: Digitale Spuren mit Baki Irmak

In der aktuellen zwölften Folge des Gut Investieren Podcasts sprechen wir mit Baki Irmak vom Digital Leaders Fund über digitale Spuren von Unternehmen, welche man für die Bewertung nutzen kann.

Hintergrund der Frage ist, dass man zuerst einmal das Unternehmen nach Zahlen, Daten, Fakten fragt. Aber kann man den Aussagen eines Unternehmens vertrauen? Um dies zu überprüfen, gibt uns das Gespräch mit Baki Irmak einige Werkzeuge an die Hand. Spannend ist die Aussage, dass eine einfache Kennzahl, der Net Promoter Score, oft zuverlässiger ist, im Gegensatz zu umfangreichen Kundenbefragungen. Grundsätzlich sollte man sich bei allen Daten und Informationen fragen, wie robust die Datenbank dahinter ist. Wie wahrscheinlich ist es, dass die Zahlen und Daten manipuliert sind?

Um weiche Faktoren, wie die Unternehmenskultur oder die Innovationskraft von Unternehmen, zu bewerten, hilft ein Blick auf externe Plattformen, wie https://www.glassdoor.com/ oder https://www.kununu.com/ (Unternehmenskultur) und https://github.com/ (Innovationskraft). Bei Github kann man z.B. überprüfen, wie viele Techies an OpenSource Projekten mitarbeiten.

Für harte Faktoren bei Digitalunternehmen empfiehlt Baki Irmak Traffic und Download Daten. Beim Traffic kann man https://www.alexa.com/ oder https://www.similarweb.com/ nutzen und z.B. überprüfen, wie viel des Traffics organisch oder bezahlt ist. Bei App-Downloads kann man https://www.appannie.com/ oder https://sensortower.com/ nutzen. Hier ist neben den reinen Downloadzahlen das Nutzungsverhalten von Apps (Engagement) interessant. 90 Tagen nach dem Download werden z.B. laut SensorTower nur noch 2% der Apps genutzt. Um die Bindung der App-Nutzer zu überprüfen stellt Baki Irmak eine einfache Kennzahl der Daily Active User im Vergleich zu Monthly Active User (DAU/MAU Ratio) vor. Diese Kennzahl sollte größer als 50% für gute Apps sein. Als Beispiel nennt er die Facebook App, bei der die Kennzahl bei ca. 70% liegt.

Zum Abschluss der Folge zeigt Baki Irmak noch, wie der Digital Leaders Funds die Digitalen Spuren während der Coronakrise genutzt hat.

Weitere erwähnte Werkzeuge waren https://trends.google.com/ und https://socialblade.com/.

Wie findet man die digitale Spur von Unternehmen? Mit Baki Irmak


Podcast-Abo:

Gerne kannst du den Gut Investieren Podcast auch abonnieren:

Ihr habt auch eine Frage für uns? Dann reicht sie gerne über fragen@valuedach.de oder einfach hier in den Kommentaren ein.

Was besagt die Aktienquote 100 - Alter

Podcast: Was wollen wir NICHT bei einem Depot?

In Folge 7 beantworten wir die Frage, was ein gutes Depot für uns ausmacht?

  • keine Depotverwaltungsgebühren
  • keine versteckten Gebühren (insb. bei ausländischen Aktien)
  • viel Möglichkeiten zu handeln/Optionenshandel etc.
  • viele Börsenplätze/niedrige Spreads
  • Service (Quellensteuerrückforderung etc.)

 

Transcript

[0:00] Und die Frage heute ist, was wollen wir nicht bei einem Depot. Herzlich Willkommen beim Good Investing Podcast. Du willst dir mit Aktien oder anderen Investment etwas aufbauen? Du willst dazu lernen und jeden Tag einen besserer Investor werden? Dann stell uns Till und Tilman deine Fragen. Wir beantworten sie zusammen mit Experten aus unserem Netzwerk in maximal zehn Minuten und los geht’s mit der heutigen Frage.

[0:28] Ja, spannende Frage Tilman, was wollen wir nicht bei einem Depot haben? Also das erste was mir durch den Kopf geht ist natürlich: Es soll nicht zu teuer sein, aber was heißt teuer?

Möglichkeiten zu handeln

[0:43] Also ich glaube dass das Thema ist. Also wir haben die Depot Frage von zwei verschiedenen Leuten bekommen, dafür herzlichen Dank erstmal. Wenn ihr weitere Fragen habt, könnt ihr uns die gerne stellen, aber zur Depot Frage zurück. Wir haben diese ein bisschen umgebaut, um sozusagen eher ne Ausschlusscheckliste daraus zu machen. Weil es so viele Depotmodelle gibt, dass man sehr schwierig das für sich perfekte finden kann und man auch individuelle Bedürfnis hat. Wir wollten eher hingehen und aus den negativen Erfahrungen, die wir schon mal hatten oder wo es Gefühl haben irgendwas ist nicht Punkte zusammen zutragen. Und bei uns ist ein Thema, auch weil wir teilweise bisschen exotisch nischen Werte auch uns angucken, das für uns ein Ausschlusskriterium ist wenn es zu wenige Handelsplätze gibt also bei vielen klassischen Retail Brokern hat man teilweise auch nur Deutschland deutsche Aktien deutsche Börsenplätze das war’s dann.

[1:45] Genau

[1:45] Und das führt oft dazu dass wenn man da auch mal was „exotisches“ kaufen will das man ein sehr hohen Spread hat und natürlich könnte man darüber theoretisch kaufen manchmal geht’s auch gar nicht, aber die Dinger da nicht verfügbar sind.

[1:59] Oder es wird angegeben dass es das gibt aber dann wird sich ausgeführt und du denkst, guckst dann halt irgendwie bei deinen Portalen, wo du die Aktienkurse anguckst und denkst: Hä? Der Aktienkurs steigt/fällt. Da wird doch gehandelt? Ich hatte so einen Fall MutuiOnline aus Italien. Den ich dann in Deutschland, durch beim Broker in Deutschland,  in Berlin, war es glaube ich, hat er das reingestellt. Da ist halt null Umsatz gewesen und ich habe Kursanstieg von 4 % verpasst. Weil gleichzeitig in Italien natürlich entsprechen der Umsatz war und da muss man halt also wenn man international immer nur deutsche Titel haben will, reicht es wenn der Broker Tradegate/Xetra anbietet, aber wenn man international handeln will und dann unter Umständen auch kleinere Titel, dann braucht man halt wirklich in Zugang zu anderen Börsenplätzen und manchmal sogar zu dem OTC-Markt, also over-the-counter, wenn es wenn es selbst in dem Heimatmarkt kein geregelten Börsenhandel gibt und das bitte nicht jeder Broker an. Und darauf muss man achten muss man wissen was man braucht zuzusagen.

[3:10] Zu wenig Optionen sind auch so ein Thema was wir oft auf der Ausschlussliste haben. Dass man beispielsweise manchen Broken nicht short gehen könnte, wenn man einmal short gehen will oder dass man wenn man calls/puts, was auch immer für manche Sachen haben will, dass man das nicht finden kann, weil es einfach nur Kauf- oder Verkaufsorder gibt. Das ist dann noch so ein Thema.

[3:29] Richtig da gibt’s ja in Deutschland glaube ich. Also ich musste das bei meinen; Also ich habe diverse Depoteröffnung hinter mir. Dann gibt man immer an wie viel Erfahrung man hat und da muss man sich auf so einer Art Skala von 1 bis 5 eintragen. Ich trag mich grundsätzlich auf der höchsten Skala ein, auch weil ich die Erfahrung habe. Aber auch um einfach jede Möglichkeit zu haben, ich beschäftige mich ja sehr viel damit und nichts ist schlimmer, ich weiß noch bei meinem ersten Jugend Depot bei einer lokalen Sparkasse hier, da war ich halt irgendwo auf Stufe 2 eingeteilt und konnte dann den McDonald’s nicht handeln. Ich konnte Aktien handeln, aber der McDonald’s nicht, weil sie als ausländischer Wert gehandelt wurde und damit ein höheres Risiko hatte als deutsche Unternehmen, was für mich von der Logitk her nicht ganz verständlich ist, aber das ist einfach sowas, was wo also wenn man sich viel damit beschäftigt und das wollen wir ja genau dann ist schön wenn man viele Möglichkeiten hatten in unterschiedliche Wertpapiere zu handeln.

Gebühren

[4:36] Und auch die Frage was wollen wir nicht beim Depot muss man auch nur Richtung Gebühren denken. Natürlich, also Gebühren sind schon eines der wichtigen Punkte was wir immer wieder bei Depots auch eine Rolle spielt, wobei ich mittlerweile zu dem Punkt gekommen Gebühren sind fair. Zum gewissen Punkt, weil einfach da Service erbracht wird, den man auch bezahlen muss. Es gibt aber auch verschiedenste versteckte Gebühren wo man sagen kann dass du schon auch ziemlich spezielles was einem da manchmal erwartet wo ich wo ich Probleme hatte. Aber erzähle du erst einmal, Till.

[5:20] Also zu den Gebühren: Es gibt so eine Gebühr die für mich tatsächlich ein Ausschlusskriterium ist und das ist die Depot Verwaltungsgebühr wenn der Broker eine prozentualen Satz jedes Jahr an dein Depot haben will. Das verstehe ich nicht, also weißt du einfach nur für die Lagerung, dann das wäre was was ich nicht eingehen würde, ansonsten bin ich auch der Meinung das eigentlich die Gebührenstruktur auch fair ist. You pay what you get also ich tendiere dazu gerne etwas mehr zu zahlen und dafür. Transparente klare Gebühren zu haben, als den absolut billigsten Broker zu nehmen, wo man dann unter Umständen wieder versteckt Gebüren hat und da hast du ja auch ein Beispiel gehabt, wo du mal ordentlich bezahlt hast für was, wo man eigentlich nichts mehr für bezahlen sollte, richtig?

[6:08] Ich habe Depotwechsel durchgeführt weil ich einfach noch mal, also einen der preiswert Broker hatte, und noch mal zu einem anderen gehen wollte, weil ich da einfach mehr mehr Möglichkeiten hatte auch einen direkt an Märkten zu handeln und da waren ganz schön happige Wechselgebühren dabei die in den AGBs versteckt waren. Also immer mal ins Preis-Leistungsverhältnis gucken und da die Details durchgehen. Da musste man dann schon auch eine dreistellige Summe zahlen um einfach Depotposition so wächseln. Teilweise was auch schlauer zu verkaufen, wieder zu kaufen. Was einfach ein Aufwand ist im Endeffekt.

[6:45] Und steuerlich benachteiligt sein kann, also da definitiv aufpassen. Also ich habe auch mehrere Depotwechsel hinter mir, muss das nie. Also bei mir war das Maximum, das ich eine Trading Gebühr zahlen musste, was ich fair finde, weil es ist an einem Arbeitsprozess der damit verbunden ist für die das Unternehmen – für die Bank – Aber es ist eigentlich kein größere Prozess, als wie wenn man kaufen würde, also warum sollen wir dafür mehr Gebühren verlangen als für einen einfach Kauf/Verkauf.

[7:12] Die Wechselgebühren fand ich komisch, was ich auch komisch finde sind Dividenden Gebühren.

[7:24] Ja, gibt es einen bekannten Broker in Deutschland. Da war ich genau ein Vierteljahr bis zur ersten Dividende von Coca-Cola. Da hat man, also bei dem Broker hat man, in erster Linie für ausländische Dividenden, da gibt es das man für  ausländische Dividenden ein Gebühr bezahlt und dann habe ich irgendwie für eine 7 € Dividende – Amerikaner zahlen ja vierteljählrich – habe ich 2,50 € Gebühren bezahlt. Ja, Nein.

[7:41] Und was ich persönlich sehr schwierig finde, es ist es okay wenn man dafür eine Gebühr verlangt, aber nicht eine dreistellige Bürde sind Gebühren für Hauptversammlungskarten, wenn man da teil nehmen will, wenn man Aktionär ist, hat man meiner Meinung nach auch irgendwann mal den Wunsch den Hauptversammlung zu gehen oder zumindest den potentiellen Wunsch von manchen Gesellschaften da vorbeizuschauen wenn man dann dafür 100 € zahlen muss und eine Ausfertigung zu kriegen ist es halt schon absurt. 

[8:12] Ja das ist lächerlich. Also das ist ein Brief der verschickt werden muss, der sollte auch nicht viel mehr als Porto und also minimale Bearbeitungsgebühr also ich sag mal 10 € wäre fairisch. Die meisten muss man sagen machen es umsonst. Also normal ist, die Einladung zur Hauptversammlung kriegt man umsonst, sollte man umsonst kriegen beim Broker. Aber ja, das ist so die Gebühren, wo man drauf achten muss, also man muss auch mal in den Preiskatalog reingucken, das nicht einfach damit erledigt dass man guckt: „Oh, die fixe Ordergebühr von 5 €, das ist günstig.“ Sonder, was gibt es sonst noch einen versteckten Gebühren? 

Und. Das ist dann vielleicht auch was wo wir zum zum zum letzten Punkt, den wir hier noch aufgeschrieben haben gehen: zu wenig Service.

Spreads

[8:59] Die Spreads sind noch – ein Punkt würde ich gerne noch anfügen – die spread bzw. die Differenz zwischen den Kursen. Da wird auch teilweise was eingepreist was woanders: Damit das Angebot optisch billig erscheinen kann hast du halt höhere Spreads einfach und zahlst damit einfach ein Teil der Kosten.

[9:20] An und Verkauf. Wobei ist das ist dir das schon häufiger untergekommen, weil es wird meistens dann über den Orderplatz geregelt, weil wenn man immer nicht dann wenn ich jetzt Xetra als Orderplatz auswählen kann, dann kriege ich ja den Spread von Xetra, also von der Deutschen Börse.

9:31] Es gibt wohl, also persönlich mit Spreads isr mir nicht begegnet, ich habe das gehört, dass es in Zusammenhang mit einem Broker, es gibt wohl eine der speziell bei einem Portal abwickelt und dieses Portal hat dann halt einen höheren Spread.

[9:46] Ja genau, also das ist halt wenn man bei der Orden nix eingibt, sonder einfach sagt best execute, dann ist halt nicht zwingen best execute für dich, sondern best execute für den Broker. Also ich hatte  die Erfahrung ein einziges Mal gehabt. Der mir das, wo ich danach auch eine Beschwerde hatte bei der Bank weil das war ein Unding. Es war so. Also was  ist passiert. Ich habe eine Order aufgegeben. Anders. Das Unternehmen hat schlechte Zahlen berichtet und ich habe vorbörslich. Ich wusste dass der Kurs niedrig startet sozusagen und ich habe vorbörslich eine Order aufgegeben und die mit best execute und an einen, eine billigst Order, und die, oder bestens, dass das halt zum ersten Kurs ausgeführt wird. Und die wurde nicht, das war ein deutsches Unternehmen, die wurde nicht bei Xetra eingestellt, sondern die haben das. Und ich bin bis heute, ich bin der Meinung dass, weil das war eine richtige Bank und die hatten tradingdesk, dass die Trader das aufs eigene Buch genommen haben. Weil es gibt dann eine Auktion, eine Eröffnungsauktion, die hat relativ lange gedauert an dem Tag fünf Minuten bei Xetra und da sieht der Broker aber wo sich der Preis ungefähr, der Eröffnungspreis, ungefähr befinden wird. Und der war halt 10% tiefer als zu dem ich dann ausgeführt wurde. Und zwar 15 Sekunden bevor die öffnungs Auktionsende war. Da war aber klar schon, also in dem ganzen Markt war klar, dass, und alle haben gewartet dass sozusagen die Eröffnungsaktion auf dem liquiden Handelsplatz gestartet wird. Und allen war klar das der Kurs 10% niedriger eröffnet, weil man ja das Angebotsbuch gesehen hat und die haben mich 15 Sekunden vorher ausgeführt, ich kenne die Gegenpartei nicht, ich nehme an der Trailer selbst. Und konnten es dann hatte 20 Sekunden später, haben sie es mit 10%, wenn sie es aufs eigene Buch gemacht haben, verkauft und das war so ne. Da hatten ich ein langes Gespräch mit der Bank, dass das gar nicht möglich ist, weil ich natürlich schon zu dem, ich habe die Order ja eingestellt, als ich wusste da kommt ein tiefer Preis und nicht zu dem, also die habem mich sozusagen zum vor Tageskurs ausgeführt. Und das sind halt so Kleinigkeiten, das ist jetzt für den Laien gar nicht unbedingt sichtbar, aber da kommen wir vielleicht bei einer nächsten Folge noch, gehen wir detaillierte darauf ein, wie man eigentlich Orders aufgibt.

Service

[12:36] Mit Blick auf die Zeiten müssen wir vielleicht noch zwei Punkte sagen, weil wir haben ja die 10 Minuten sind es schon ein bisschen drüber an der Stelle, aber die Story war ja ganz interessant. Ein Thema sind auch dir das zu wenig Service, was wir schwierig finden beim Depot, wenn man beispielsweise das Thema ausländische Dividenden hat. Da kann man bei manchen werden ja noch deutlich was zurückfordern und das sind auch jetzt nicht gerade leichte Prozesse. Ich habe hier hinten irgendwo noch auf dem Berg Ausdrucke liegen, die ich noch einreichen muss und es ist schön wenn sowas deutlich leichter gemacht wird von der Bank. Weil dann kann man.

[13:16] Ja, und das machen viele Broker, also viele Broker übernehmen  für ein, übernehmen für die meisten Märkte tatsächlich die, wenn sich es lohnt, die Quellensteuer Rückforderung. Und bei den günstigen insbesondere bei ausländischen Brokern, wenn man da Angebote auf Angebote eingeht, die machen das perse nicht und dann muss man selber in die Hand nehmen und dann hat man die Ausdrücke da liegen also das ist so, ja.

13:42] Also im Endeffekt geht’s darum dass man beim Depot guckt dass man gute Preis-Leistung findet und mit einer schlechten Preis-Leistung das ausschließt wir haben uns unsere Kriterien, die wir sozusagen über die Jahren Erfahrung gesammelt haben, hier mal zusammengetragen. Was dann im Endeffekt rauskommt ist dann für dich persönlich. Also, das sind deine persönlichen Kriterien, weil du musst gucken, dass es halt einfach so ist. Es ist schon ein bisschen so ein Stangen Produkt, aber es ist auch ein hochwertiges Stangen Produktm, was du da kaufst, so zu sagen, wenn du es in dir Kleidungs Metapher nimmst: Es ist jetzt nicht die Maßschneider, die du hast da musst du entsprechend das risiege Depot haben, aber gibt viele Angebote und du musst halt gucken was am besten zu dir passt und wo du auch noch mal raus kommst aus den ganzen Dingen, weil wenn du dann Login hast dann bist du halt einfach dabei und wenn du sagst du gehst du keine Hauptversammlung dann kannst du auch mit einer hohen Hauptversammlungsgebühr leben, wobei ich persönlich sehr schade finde für die Aktionärskultur.

[14:35] Definitiv, und mein Abschlusswort wäre, das ich bin nicht mit dem billigsten, günstigsten Broker am besten gefahren, sondern mit den etwas teureren, also dass ich war und vielleicht da wer nur ein Standard Deutsche Werte kauft, der kann vielleicht nur auf den Preis, ausgeschriebenen Preis, gucken. Wer aber insbesondere ausländische Unternehmen, auch in ausländische Unternehmen investieren will, der sollte vielleicht auf den optisch günstigsten Broker verzichten.

[15:06] Dann vielen herzlich Dank fürs Zuhören schick uns gerne weitere Fragen und sorry dass es ein bisschen länger gedauert hat aber ich glaube da ist einiges an Mehrwert drin in dieser Folge, danke.

[15:16] Danke auch.

[15:16] Vielen Dank fürs zuhören um weitere spannende und interessante Fragen beantworten zu können, schreib uns doch einfach eine Mail an Fragen@valuedach.de. Oder kontaktiere uns über linkedin, Twitter, Facebook oder instagram. Dort zu finden unter valueDACH. Wir freuen uns über jede Interaktion mit dir. Gerne kommentier auch auf YouTube, like uns, abonniert uns. Vielen Dank und bis zur nächsten Folge, tschüss.

Podcast-Abo:

Gerne kannst du den Gut Investieren Podcast auch abonnieren:

Ihr habt auch eine Frage für uns? Dann reicht sie gerne über fragen@valuedach.de oder einfach hier in den Kommentaren ein.

20 Minuten Unternehmensbewertung

Podcast: Wie legt man einen Fonds auf?

In der sechsten Folge unseres Gut Investieren Podcasts fragen wir Daniel Gehlen:

Wie legt man eine Fonds auf?

Daniel Gehlen ist Gründer von Gehlen Bräutigam Capital (www.gbcvalue.com) – einer Fonds-Boutique, die sich auf unterbewertete europäische Nebenwerte fokussiert. Er hat den Fonds 2018 zusammen mit seinem Partner Marc-Lennart Bräutigam aufgelegt und erzählt in unserer akutellen Folge kurz ihren Weg dahin. Die Folge ist eine Ergänzung der letzten Folge: Wieso hast du eine Beteiligungsgesellschaft gegründet?

Gerne kannst du den Good Investing Podcast auch abonnieren:

Ihr habt auch eine Frage für uns? Dann reicht sie gerne über fragen@valuedach.de oder einfach hier in den Kommentaren ein.

Farmland

Warum Sachanlagen eine immer kleinere Rolle spielen

Momentan ist Berichtssaison von Fonds und ich lese die Berichte der Investoren gerne. Insbesondere da sie mir helfen, auf neue Gedanken zu kommen oder alte aufzufrischen. Der Bericht von Robert Vinall in seinem Co-Investor Letter 2019 hat mich dazu gebracht, über Sachanlagen neu zu denke. Da der Investorenbrief von ihm auf Englisch ist, möchte ich hier den Kernpunkt über Sachanlagen mit meinen eigenen Gedanken wiedergeben.

Wissen ist Wert

Robert Vinall hat laut Investorenbrief in Südafrika eine Macadamia-Farm besucht und dort erfahren, dass man durch die richtigen Anlagen und die Informationen, die man draus gewinnen kann, den Ertrag der Macadamia-Farm um den Faktor 10 zu einer schlecht gemanagten Farm erhöhen konnten. Das interessante ist, dass die gleiche Farm ohne die Informationen und Technologie nur 1/10 des Ertrags bringt. Die Schlussfolgerung, die daraus gezogen wurde, ist, dass das Wissen über den richtigen Anbau, die richtige Bewässerung etc. (also nicht greifbarer Werte) zehnmal soviel wert ist, wie das Ackerland selbst. Und hier reden wir nicht von Digitalwirtschaft, sondern von der vielleicht greifbarsten Branche überhaupt, der Landwirtschaft.

Der Landwirt aus Deutschland

Ich habe in dem Zuge auch mit einem Landwirt aus Deutschland gesprochen. Er hat mir berichtet, dass die Differenz der Erträge in Deutschland nicht so hoch ist, da das Land schnell an den ökonomisch besten Landwirt geht. Alle anderen werden verdrängt. Dies zeigt, dass das Wissen um die Bewirtschaftung des Ackers eine sehr hohe Rolle spielt. Daneben ermöglicht „Smart Farming“, also der Einsatz von Daten und Technologie, den Ressourceneinsatz (Mensch, Maschine, Kraftsoft, Dünger, Bewässerung) zu reduzieren. So ermöglicht Wissen über Beschaffenheit und Temperatur der Böden in Verbindung mit GPS-Koordinaten eine zeitlich optimierte Aussaat sowie räumlich punktgenaue Düngung und Schädlingsbekämpfung. D.h. bei gleichem Ertrag wird weniger ausgegeben. Dazu hier eine Studie von pwc.

Buchwerte spielen keine große Rolle mehr

Was sagt uns das? Buchwerte/Sachwerte spielen eine immer kleinere Rolle bei der Bewertung von Unternehmen. Das macht es schwierig für klassische Value Investoren ein Outperformance zu erreichen. Warum ist das so? Das Buchwert wird oft als die Value Investor Kennzahl schlechthin bezeichnet. Das hat zwei Ursachen: 1. das ursprüngliche Value Investing von Benjamin Graham hat sich sehr auf die Bilanz und die darin enthaltende Werte konzentriert, also den Buchwerten. 2. Wert (Value) vs. Wachstum (Growth) Investments, wie es in der Finanzwissenschaft propangiert, unterscheiden sich über das Kursbuchwertverhältnis (KBV). Demnach sind Unternehmen mit niedrigen KBV Value Unternehmen und diejenigen mit hohem KBV Wachstumsunternehmen. Wenn aber der Buchwert keine Auskunft mehr über den Wert gibt, dann kann man nicht mehr nach ihm investieren.

Ein KBV <1 ist für mich ein Warnsignal, kein Kaufgrund

Ich sehe den Buchwert und die Kennzahl KBV auch eher als ein Bewertungsmaßstab für die finanzielle Sicherheit. Anders als Benjamin Graham versuche ich nicht Unternehmen unter Buchwert zu kaufen. Denn wenn selbst bei vermögensintensiven Industrien die immateriellen Vermögenswerte ein erheblicher Teil des Wertes ausmachen, wie die Macadamia-Farm zeigt, dann kann man nicht nach Sach- und Buchwerten investieren. Ein Buchwert < 1 bedeutet in der Theorie, dass man das Unternehmen liquidieren könnte und damit einen risikofreien Gewinn erwirtschaften. In der Wirklichkeit deutet ein Buchwert <1 auf bereits eingepreiste und andauernde Verluste hin oder darauf, dass die Bilanz zweifelhaften Werte aufweist.

Wer sich tiefer mit dem Thema auseinandersetzen möchte, findet hier noch einigen Buchempfehlungen von mir, u.A. auch Benjamin Grahams Intelligent Investieren.

Interview über Einfach Investieren

Ein Gespräch über „Einfach Investieren“

Im Zuge der Veröffentlichung von „Einfach Investieren“ und einem Value Investoren Treffen in Hamburg hat  valueDACH ein Interview mit mir geführt. valueDACH organisiert regelmäßig in unterschiedlichen Städten Treffen von Value Investoren und einmal jährlich eine mehrtägige Konferenz (September 2018 in Berlin). Ich würde mich freuen, wenn auch ihr daran teilnehmt. Mein Interview findet ihr unten und auf ihrem YouTube-Kanal:

Teil 1: Interview über ‚Einfach Investieren‘

 

Teil 2: Interview über Bloggen und das Value Investing

wertorientiertes Investieren

7 Vor- und Nachteile von Value Investing

Einfach, aber nicht leicht

  1. Value Investing ist einfach zu verstehen. Der Grundsatz des Value Investing ist weniger zu bezahlen, als man bekommt. Wenn man diesen Grundsatz nicht nur auf den Buchwert bezieht, gilt dies übrigens für jede Art der Investition. Zumindest kenne ich niemanden, der sagt, ich investieren in XY, da XY mehr kostet, als es wert ist. Schlichtes Value Investing nach dem obigen Prinzip kann auch einfach als Investieren bezeichnet werden. Nach diesem Verständnis gibt es keinen Widerspruch zwischen Growth Investing und Value Investing. Der Value Investing Chronicle hat dies einmal sehr schön dargelegt. Wenn man einen Gegensatz zum Value Investing sucht, ist es eher das technische Investieren oder Spekulieren, bei dem man den Wert eines Objektes nicht kennt, sondern rein nach Regeln und Verläufen des Wertpapierkurses sein Geld versucht anzulegen.
  2. Value Investing ist nicht leicht, hat aber einen hohen Lerneffekt. Leider ist Value Investing zwar einfach zu verstehen, aber nicht leicht umzusetzen. Um den Wert eines Objektes besser zu verstehen, muss man viel Wissen, Erfahrung und ausreichend Zeit mitbringen. Die meisten Anleger scheitern, weil sie nicht ausreichend Wissen und Erfahrung besitzen und nicht die Geduld mitbringen, die ein guter Investor braucht, um zu lernen.

Immer gegen den Strom schwimmen

  1. Professionelle Investoren haben beim Value Investing keinen oder nur einen marginalen Vorteil gegenüber privaten Investoren. Value Investing ist langfristig ausgerichtet. Die Finanzbranche wir jedoch jährlich, quartalsweise, monatlich, täglich gemessen. Wer als Fondsmanager über einen relativ kurzen Zeitraum nicht performt, verliert Anlegergelder und Ultimo Ratio seinen Job. D.h. professionelle Investoren können nur in seltenen Fällen eine Schwächephase aussitzen und sind viel stärker Situationsgetrieben.
  2. Value Investoren müssen sich oft gegen die Meinung der Mehrheit der Investoren stellen. Um in ein unterbewertetes Unternehmen zu investieren, muss die Mehrheit der Investoren anderer Meinung sein als man selbst. Dies macht Value Investing emotional aufreibender und schwieriger, als zum Beispiel Momentum- Investing.

Aufwand, Missverständnisse und Voreingenommenheit

  1. Value Investing ist mit relativ großem Aufwand verbunden. Zwar sind die direkten Kosten, aufgrund von relativ wenigen Transaktionen und keinen laufenden Gebühren relativ günstig. Im Vergleich zu passiven ETF-Portfolien, beschäftigt man sich aber viele Stunden mit einzelnen Unternehmen, um deren Geschäftsmodell und ihren Wert besser zu verstehen. Man braucht viel Zeit, um die Geschäftsberichte zu lesen, das Unternehmen zu analysieren und sein Portfolio aufzubauen. Insbesondere Privatanleger mit einem Vollzeitjob haben hier einen Nachteil gegenüber professionellen Investoren.
  2. Value Investing wird oft falsch verstanden. Insbesondere, wenn man das erste Mal mit Value Investing in Kontakt kommt, wird es oft als Investieren nach dem Buchwert beschrieben. Dies liegt zum einen an Grahams Beschreibung von Net-Net-Aktien. Aktien, die zu weniger als ihr Umlaufvermögen gehandelt werden. Dies passiert regelmäßig an der Börse. Im Gegensatz zu Grahams Zeiten ist bei den meisten Net-Net Unternehmen heute aber der Wurm drin. Zum anderen wird in der weitverbreiteten Finanzmarkttheorie «Three-Factor-Modell» von Fama und French einer der Faktoren «high (Buch-Marktwert-Verhältnis) minus low» oft als Growth minus Value Faktor bezeichnet, so dass ein niedriger Buchwert mit einem Value Investment gleichgesetzt wird. Dies ist falsch. Philp Fischer, Charlie Munger und Warren Buffett haben das Value Investing weiterentwickelt, wobei die Frage bleibt, ob Value Investing nicht einfach nur Investieren ist.
  3. Value Investing verleitet zu Voreingenommenheit und Fehlverhalten. Value Investoren, bzw. aktive Investoren, sehen sich als besser an als der Durchschnitt. Das kann aber für die Mehrheit der aktiven Investoren nicht sein. Aus diesem Grund müssen sich viele aktive Investoren selbst belügen. Ansonsten wäre die logische Schlussfolgerung und damit das richtige Verhalten in passive ETFs zu investieren.
Unternehmen mit Netzwerk-Effekten

Die besten Unternehmen haben versteckte Netzwerke

Als Value Investor sollte man sich immer die Frage stellen: Was macht ein gutes Unternehmen aus? Die Antwort ist relativ einfach: Unternehmen mit einem Wettbewerbsvorteil – von Warren Buffett als Burggraben bezeichnet. Dieser Burggraben kann von sehr klein bis gigantisch reichen und in seiner Art und Weise stark variieren.

So können Burggräben natürlich sein, wie zum Beispiel bei Versorgungsunternehmen. Sie können technische sein, wie zum Beispiel durch Erfindungen und Patente. Sie können regulatorisch sein, wie zum Beispiel durch Gesetzgebung oder Normen. Sie können durch Marken entstehen oder durch Netzwerk-Effekte.

Netzwerk-Effekte bilden starke Wettbewerbsvorteile

Als Netzwerk-Effekt bei Unternehmen wird ein veränderter Nutzen für den Kunden beschrieben, wenn sich die Anzahl der Kunden verändert. Sie können sowohl positiv als auch negativ sein. Für den Wettbewerbsvorteil konzentriert man sich auf den positiven Netzwerk-Effekt: Mehr Kunden = mehr Nutzen. Der Einfachheit halber vermische ich hier die Begriffe positiver Netzwerk-Effekt und positiver Feedback-Effekt. Der positive Feedback-Effekt besagt, dass durch eine höhere Anzahl Nutzer der Wert eines Netzwerkes steigt. Dieser Anstieg führt dazu, dass neue Nutzer dem Netzwerk beitreten.

Unternehmen mit diesen Effekten haben ein sich selbstverstärkendes Geschäftsmodell, lassen sich oft als Kreislauf darstellen und tendieren zu Monopolen. Dies macht sie aus gesellschaftlicher Sicht oft negativ, als Investor aber sehr attraktiv. Zu den Unternehmen mit einem selbstverstärkenden Geschäftsmodell gehören viele Unternehmen der New-Economy.

Beispiele für Unternehmen mit Netzwerk-Effekt

Neben klaren Netzwerkmodellen wie Alphabets Suchmaschine Google und das soziale Netzwerk Facebook, haben auch Unternehmen wie Microsoft, Amazon oder Netflix starke Netzwerk-Effekte.

Microsoft

Microsoft Office hat unter den Bürodatenverarbeitungs-Programmen mit Word, Excel und Power Point die meisten Nutzer. Deshalb bilden Schulen und Universitäten in Kursen zur Informationsverarbeitung auf diesen Programmen aus und Unternehmen setzten diese Kenntnisse voraus. Das erhöht wiederum die Nutzeranzahl und führt dazu, dass weiter auf diesen Programmen ausgebildet wird. Selbst wenn andere Programme gratis auf den Markt kommen, ist der Wechsel für den Nutzer mit hohen Kosten verbunden und senkt die Kompatibilität mit außenstehenden Nutzern. Dieser Netzwerkeffekt ist sicherlich mit einer der Gründe, warum Microsoft und viele andere Softwareunternehmen viele ihrer Programme Schulen und Universitäten gratis zur Verfügung stellen.

Amazon

Ein Kreislauf ist auch bei Amazon, dem größten Marktplatz der Welt, zu finden. Die Größe der Plattform erhöht die Attraktivität für Verkäufer, da sie dadurch die meisten Kunden finden, was das Angebot erhöht und damit die Attraktivität für Kunden erhöht, was wiederum die Attraktivität der Plattform für Verkäufer erhöht – ein selbstverstärkender Effekt. Ähnlich verhält es sich auch bei eBay und anderen Handelsplattformen, die eine Nische dominant besetzen.

Netflix

Ein nicht ganz so offensichtlicher Kreislauf lässt sich auch bei Netflix feststellen. Netflix ist der größte Streaming-Anbieter der Welt. Damit hat man das größte Budget, um viele Inhalte einzukaufen oder gar selbst zu produzieren, was wiederum die Attraktivität für Zuschauer erhöht, ihre Anzahl und Zahlungsbereitschaft und damit das Budget, um Inhalte einzukaufen. Allerdings wird Netflix in den nächsten Jahren von einem noch größeren Inhaltsanbieter mit noch größerem Budget herausgefordert. Der Disney-Konzern hat angekündigt, mit dem auslaufenden Netflix-Vertrag 2019 einen eigenen Streamingdienst mit exklusiven Disney-Inhalten zu starten oder seine Inhalte über andere Dienste als Netflix direkt zu vermarkten.

Offensichtliche Netzwerke vs. weniger offensichtliche Netzwerke

Wichtig ist es, nicht nur nach offensichtlichen Netzwerken, bei denen das Geschäft durch einen Beitrag vom Nutzer entsteht, zu suchen. Netzwerke, wie Facebook, Twitter, Instagram und Co, bei denen der Nutzer direkt für den Inhalt verantwortlich ist, sind offensichtlich. Der Angriff eines Konkurrenten geht immer direkt gegen das Netzwerk. Nicht grundlos hat sich Facebook Instagram einverleibt. Netzwerke, wie Microsoft Office oder Netflix, sind dagegen weniger offensichtlich. Angriffe der Konkurrenz kommen eher über den Preis oder die Qualität ihres Produktes, wie OpenOffice oder Hulu, und sind eher zum Scheitern verurteilt.

Was ist eure Meinung zu Wettbewerbsvorteilen bei Unternehmen und von Netzwerk-Effekten?
Die Lehr- und Wanderjahre eines Value Investors

Rezension: Die Lehr- und Wanderjahre eines Value Investors

[Werbung: Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links.]

Heute möchte ich euch «Die Lehr- und Wanderjahre eines Value-Investors: Mein ganz persönlicher Weg zu Reichtum und Weisheit» von Guy Spier vorstellen. Den Tipp habe ich von einem ehemaligen Kollegen bekommen und dafür bin ich sehr dankbar. Es ist eines der besten Finanzbücher, die ich in letzter Zeit gelesen haben. Es ist wunderbar kurzweilig und regt zum Nachdenken an.

Was das Buch von vielen anderen Finanzbücher unterscheidet, ist, dass es keine allgemeingültigen und konkreten Finanztipps gibt, sondern ein persönlicher aber nützlicher Erfahrungsbericht von Guy Spier ist. Das Buch ist bewusst keine Anleitung zum richtigen Investieren oder ein Ratgeber. Trotzdem lassen sich aus diesen individuellen Erfahrungen sehr allgemeingültige Grundsätze für das Investieren ableiten. Hier einige wunderbare Zitate, die einem einen Eindruck von dem Buch vermitteln und die ich mir während des Lesens markiert habe:

Zitate aus dem Buch

«Ich habe im Lauf der Zeit entdeckt, dass es beim Investieren um viel mehr geht als nur um Geld.»

«Wir möchten immer gerne glauben, dass wir unsere Umwelt beeinflussen, aber die Wahrheit ist, dass sie uns beeinflusst.»

«Wenn aber das Nachahmen eine angeborene Fähigkeit des Menschen ist, dann ist es umso wichtiger, sorgsam darauf zu achten, wen wir nachahmen.»

«Um ein guter Investor zu werden, müsste ich also mich selbst als Außenseiter akzeptieren.»

«In jedem Fall sind Nichtstun und Geduld fast immer die ratsamste Handlungsweise für Investoren am Aktienmarkt.»

«Manche Geschäfte sind erfolgreich, weil sie eine Sache richtig machen; aber die meisten sind erfolgreich, weil sie eine ganze Menge kleiner Dinge richtig machen.»

«Er [Anm. d. Autor: Warren Buffett] tut nicht nur das Richtige, sondern er tut das, was er für richtig hält.»

«Die Finanzkrise hatte mir gezeigt, dass Investmenterfolg nicht nur daraus besteht, tolle Aktien zum Kaufen zu finden.»

«Während der Finanzkrise sah ich klarer denn je, welche ungesunde Sucht das Bloomberg-Terminal geworden war.»

«Es ist tatsächlich schwer, gut zu investieren, wenn das Leben des Investors außerhalb der Investmentwelt aus dem Gelichgewicht geraten, ein totales Chaos oder völlig vernachlässigt und praktisch nicht vorhanden ist.»

«Ebenso entdeckte ich meine Freude am Spielen wieder, nicht zuletzt, weil die Finanzkrise mir gezeigt hatte, wie wichtig es ist, zu spielen und mich selbst nicht zu ernst zu nehmen.»

«Finanzberichte zu lesen ist eher eine Kunst als eine Wissenschaft.»

«Ich kaufe und verkaufe keine Aktien, solange der Markt offen ist.»

«Ich persönlich will nicht in Unternehmen investiere, welche die Gesellschaft schlechter machen, auch wenn ihre Produkte legal sind.»

«Menschen wie ich – die sich damit brüsten, klug und gebildet zu sein – sind besonders anfällig für diese Art narzisstischer Hybris [Anm. d. Autors: gemeint ist, bei besonders komplizierten Investments schlauer zu sein als der Markt].»

«Am meisten lernt man, indem man sich mit den richtigen Menschen umgibt.»

«Indem man sich darauf konzentriert, andern zu helfen, hilft man sich am Ende auch selbst.»

Fazit

Und das waren nur einige wenige derjenigen Zitate, die ich mir notiert habe. Ich würde das Buch nicht als Pflichtlektüre bezeichnen, dafür ist es insbesondere für Anfänger zu unkonkret. Aber es ist eines der besten weiterführenden Finanzbücher, die ich bisher gelesen haben.

Links: Was ich diese Woche gelesen habe.

[Werbung: Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links.]

Diese Woche ist mir, dass Buch „Das hier ist Wasser / This is Water“ von David Foster Wallace beim Aufräumen wieder in die Hände gefallen. Ich habe es von einem Arbeitskollegen zu Weihnachten bekommen. Der Text ist 26 Seiten kurz und die Abschlussrede des Kenyon College von David Forster Walllace 2005 (hier die Youtube Aufzeichung). Ein wunderbares Geschenk! Danke noch einmal dafür.

Was mir sonst noch positiv aufgefallen ist:

Der ETF-Sparplan für Kinder, der mich zu meinem Artiekl „Meine 1-jährige Tochter, die Aktionärin“ inspiriert hat.

Für meine Schweizer Leser bzw. auch für alle anderen von der Thematik grundsätzlich relevant, ein Artikel über die Vorsorge per 3. Säule. Die App „VIAC“, die in dem Artikel erwähnt wird, hat ein Bekannter entwickelt.