Oldenburg in Stellenbosch

Südafrika

Ich war mit meiner Familie im Februar in Südafrika und versuche euch einen Urlaubsbericht aus Sicht eines Investors zu schreiben.

Fiebermessung bei der Einreise

Interessant war bereits die Einreise. Anders als bei meinen früheren Reisen wurde jeder Passagier bereits am Flughafen in Kapstadt auf Fieber getestet – Corona sei Dank, wird dies auf allen internationalen Flughäfen in ganz Afrika gemacht. Die Befürchtung ist, dass der Virus einmal in Afrika angekommen, anders als in China, zu lange unentdeckt bleibt und eine Epidemie auslöst. Bisher ist zum Glück noch kein offizieller Fall in Südafrika bekannt. Hier übrigens eine gute Übersicht von der Johns Hopkins Universität mit den offiziellen Zahlen.

Reisebüro und Expedia ist kein Wiederspruch

Nach unserer Ankunft in einer Boeing-Maschine, haben wir uns bei Hertz unseren VW Multivan abgeholt. Wir waren nämlich inklusive meiner Frau, ihren Eltern und unseren zwei Töchtern zu sechst unterwegs. Da wir unsere Reise vollständig individuell zusammengestellt haben, war der Multivan für uns der ideale Reisebegleiter. Hier übrigens eine Erfahrung, die ich als Investor spannend finde. Wir haben die Reise zusammen mit dem lokalen Reisebüro von DER hier in Oldenburg geplant. Überraschenderweise wurden die Buchung unserer Unterkünfte vollständig über Expedia abgewickelt und nicht über eine Reisebüroplattform, wie ich es erwartet hätte. Die Preise sind dieselben, die ich auch bei eigener Recherche bei Expedia oder ähnlichen Plattformen bezahlt hätte, mit der zusätzlichen Erfahrung der Reisebüromitarbeiterin. Die Bezahlung des Reisebüros erfolgt dann über eine Provision von Expedia. Natürlich lohnt sich so ein Service nicht für ein verlängertes Wochenende. Für eine 3 wöchige Reise entlang der südafrikanischen Garden Route oder ähnlichen Reisen, kann ich aber nur empfehlen zu einem Reisebüro eures Vertrauens zu gehen.

Loadshedding eigentlich ein Fall für Aggreko

Als wir dann in unserem ersten Haus in Camps Bay/Kapstadt mit Blick auf den Tafelberg angekommen sind, gab es die zweite Überraschung für mich als Investor: Loadshedding! Was so viel bedeutet wie: jeden Tag immer zu unterschiedlichen Zeiten wird für 1,5 Stunden der Strom in unterschiedlichen Bezirken/Städten abgestellt. Südafrika hat es leider nicht geschafft, die Stromversorgung in gleichem Maß auszubauen, wie der Strombedarf in den letzten Jahren gewachsen ist. Die Gründe dafür kenne ich nicht.

Die Auswirkungen für die Wirtschaft sind aber katastrophal. Unternehmen haben zwei Optionen:  Entweder sie stellen sich ein Generator hin oder sie produzieren um den Stromausfall herum. Beide Fälle kosten Produktivität. Für mich eine spannende Urlaubserfahrung. Da wir uns mit zwei kleinen Kindern zum größten Teil selbstversorgt haben und in der ersten Unterkunft einen Elektroherd hatten, musst man sich tatsächlich darauf einstellen. Für drei Wochen okay, aber länger auch nicht.

Als Investor habe ich kurz an eine meiner alten englischen Beteiligungen „Aggreko“ gedacht und überlegt ob ich denen nicht einmal eine Mail schreibe. Da ich aber nicht mehr investiert bin, überlasse ich dies anderen. Aggreko ist darauf spezialisiert, temporären Strom zur Verfügung zu stellen, dass können im kleineren Rahmen für Öl- und Miningexpeditionen, größere Bauprojekt oder Großveranstaltungen Generatoren sein, aber auch ganze Kraftwerke im MW-Bereich über mehrere Jahre bis man entsprechende Infrastruktur errichtet hat. Das ist zwar relativ teuer, aber Loadshedding ist aus meiner Sicht nicht günstiger, die Kosten nur weniger sichtbar.

Entwicklungsland Deutschland

Daneben ist mir das herausragend gute Mobilfunknetz aufgefallen. Hier könnte sich Deutschland eine Scheibe abschneiden. Leider keine neue Erfahrung. Ich versuche gerade daran zu denken, ob ich jemals auf Reisen ein schlechteres Handynetz als in Deutschland hatte. Mir fällt kein Land ein und ich bin überdurchschnittlich viel unterwegs. Für die 3 Wochen habe ich mir für rund 18 EUR eine Prepaid SIM-Karte von MTN mit 6 GB Datenvolumen geholt, was sich zum Ende des Urlaubs also überdimensioniert herausgestellt hat. Zur Alternative stand auch eine weiteres englisches Unternehmen vodafone, welche eine ebenso gute Netzabdeckung haben soll. Wie gesagt, als deutsche Mobilfunknutzer ist man wahrscheinlich auch mit allen anderen Netzen gut dabei.

Das „Florida“ von Südafrika

Nach Kapstadt ging die Reise weiter für eine Wochen nach Knysna, von wo aus wir Tagesausflüge unternommen haben, in ein Game Reserve nach Great Brake River (das Highlight des Urlaubes, siehe Bilder) und auf dem Rückweg mit einem Stopp in Stellenbosch, der Weinregion Südafrikas. Auf der ganzen Reise sind mir die Menschen positiv aufgefallen, die unglaublich freundlich und hilfsbereit zu uns waren. Vielleicht hängt dies mit dem guten Wetter zusammen, welches tagsüber zwischen 25-30° war und nachts durch das Meer angenehm abgekühlt ist. Außerdem ist mir die gute Wasserversorgung positiv aufgefallen, man kann an den meisten Orten das Leitungswasser problemlos trinken. Ebenso die grundsätzlich gute Infrastruktur: gut ausgebaute, saubere Straßen, ausreichende Supermärkt, Tankstellen, Geschäfte, etc. Diese Erfahrung lässt sich sicher nicht auf das ganze Land übertragen, da wir aus Überzeugung keine Slum-Tourismus machen, ist mein Einblick hier eingeschränkt. Aber im „Florida“ von Südafrika war kein Unterschied zu der sogenannten entwickelten Welt festzustellen. Einzig der ÖV wäre ausbaufähig, aber auch hier kein Unterschied zu z.B. den USA.

 

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Meine Beteiligungen in Südafrika

Abschließend kann ich sagen, dass es ein wunderbarer Urlaub war und ich jedem das Land wärmstens ans Herz legen kann. Als Aktionär hat mich gefreut, dass ich den ein oder anderen Bagger und Stampfer von Wacker Neuson gesehen habe. Dies hat mich dahingehend überrascht, weil ich es nicht als Vertriebsland von Wacker verordnet hatte. Zudem hat eine weitere Beteiligung von mir, Cewe Color, über die individuellen Postkarten an uns verdient.

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